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Die Darstellung von Musik im zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsroman

Peter Ackroyd, Vikram Seth, Richard Powers, Frank Conroy, Paul Auster

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Meike Reher

Die Studie untersucht musikalische Thematisierungen und strukturelle Affinitäten in zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsromanen. Im Gegensatz zu bisher vorliegenden Arbeiten zielt sie auf eine gattungsspezifische Perspektive. Die Autorin untersucht, wie der Bildungs- und Identitätsprozess des männlichen Protagonisten durch die Musik unterstützt wird und weist einen grundlegenden Funktionswandel des Genres nach. Im zeitgenössischen Bildungsroman wird Musik zu einem dystopisch eingefärbten Symbol für Isolation und Eskapismus bis hin zu einem Substitut personaler wie sozialer Identität.

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2 Der Postmodernismus als amerikanisches Konstrukt

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42 2. Der Postmodernismus als amerikanisches Konstrukt Postmoderne Erzählmodi beschreiben instabile, kaum zu erklärende Wirklich- keitserfahrungen, die Menschen in einer sich ständig wandelnden Welt wahr- nehmen. Während im ersten Kapitel Elemente postmoderner Erzähltechniken erörtert wurden, die auf eine sprachlich vermittelte Perspektive der Wirklich- keitswahrnehmung rekurrieren, soll im vorliegenden Kapitel der Postmodernis- mus als ursprünglich amerikanische Bedeutungskonstitution erörtert werden. Ausgehend von einem literaturtheoretisch-deskriptiven Konzept weitet sich die Bedeutung des Terminus aus und umfasst in der Folge soziale und kulturelle Implikationen. Von besonderem Interesse sind hier die Veränderungen des ame- rikanischen Selbstbildes, dass von einem universalen Anspruch hin zu einem postethnischen Konzept modifiziert wird. Es postuliert eine freiwillige und tem- poräre Teilnahme an sozialen Gruppen und stellt damit die „one-drop-rule“ als soziales Differenzkriterium in Amerika in Frage. 2.1 Der Postmodernismus als literarisch-deskriptiver Begriff Der Terminus des Postmodernismus119 erscheint in den späten 1950er Jahren120 im literaturtheoretischen Diskurs121 in Amerika und bezieht sich zunächst auf ei- nen recht engen Kanon amerikanischer Literatur.122 Um 1960 rekurriert der Beg- riff auf Romane „experimenteller“ Autoren wie John Barth, Donald Barthelme, Thomas Pynchon, Robert Coover, John Hawkes, William Gass, Susan Sontag, 119 Hans Bertens differenziert das terminologische Labyrinth des Postmodernismus und gibt eine historische Übersicht über die Begriffsbildung von 1934 bis in die 1970er Jah- re in The Postmodern Weltanschauung and its Relation with Modernism: An Introduc- tory Survey. In: Douwe Fokkema, Hans Bertens (Hrsg.): Approaching Postmodernism. Amsterdam, Philadelphia: John Benjamins Publishing Company, 1986. S. 9-51....

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