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Die Darstellung von Musik im zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsroman

Peter Ackroyd, Vikram Seth, Richard Powers, Frank Conroy, Paul Auster

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Meike Reher

Die Studie untersucht musikalische Thematisierungen und strukturelle Affinitäten in zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsromanen. Im Gegensatz zu bisher vorliegenden Arbeiten zielt sie auf eine gattungsspezifische Perspektive. Die Autorin untersucht, wie der Bildungs- und Identitätsprozess des männlichen Protagonisten durch die Musik unterstützt wird und weist einen grundlegenden Funktionswandel des Genres nach. Im zeitgenössischen Bildungsroman wird Musik zu einem dystopisch eingefärbten Symbol für Isolation und Eskapismus bis hin zu einem Substitut personaler wie sozialer Identität.

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3.4 Exkurs: Der historische Wandel des Bildungsideals: von dem ästhetischen Primat zur usuellen Funktion der Künste 78

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78 3.4 Exkurs: Der historische Wandel des Bildungsideals: von dem ästhetischen Primat zur usuellen Funktion der Künste Zunächst sollen einige historische Schlaglichter den historischen Wandel der Erziehungsauffassung thematisieren. Das Bildungsideal ist großen Veränderun- gen unterworfen. Dabei ist die Rolle der Künste und ihre Funktion innerhalb der Bildungsidee des Menschen von besonderem Interesse. Der Begriff der Bildung kann als „an ongoing, gradual, nonviolent, and noninstrumental process of self-fashioning“324 angesehen werden. Während der Begriff der Entwicklung die Entfaltung der inneren Kräfte des Menschen konno- tiert, bedeutet Bildung immer auch einen aktiven Beitrag des Menschen selbst. Die soziale Einflussfaktoren sind ein Bestandteil dieser Entwicklungen aber sie determinieren den Prozess jedoch nicht. Wenn der Bildungsprozess als „freie Entfaltung der inneren Anlagen eines Protagonisten unter den Bedingungen äu- ßerer Einflüsse“325 angesehen wird, dann sind diese Einflüsse insofern von be- sonderem Interesse, weil sie einem kulturellem Wandel unterworfen sind. Gene- rationenübergreifend wird den Künsten hierbei eine besondere Macht zugespro- chen, den Menschen zu berühren und auf seinen Charakter positiv einzuwirken. In der Antike wurde der Musik326 eine erzieherische Funktion zuerkannt, da sie die Seele unmittelbar anzusprechen vermag. So misstraute Platon zwar der reinen Instrumentalmusik ohne Text. Er konstatierte jedoch einen Zusam- menhang zwischen der Bewegung der Musik und der menschlichen Seele. Da- her diente die Musik der „harmonischen Bildung der Seele und zur Besänftigung der Affekte.“327 Die schönen Künste wie Gesang, Tanz oder Dichtkunst wurden nicht nur wegen...

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