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Die Darstellung von Musik im zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsroman

Peter Ackroyd, Vikram Seth, Richard Powers, Frank Conroy, Paul Auster

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Meike Reher

Die Studie untersucht musikalische Thematisierungen und strukturelle Affinitäten in zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsromanen. Im Gegensatz zu bisher vorliegenden Arbeiten zielt sie auf eine gattungsspezifische Perspektive. Die Autorin untersucht, wie der Bildungs- und Identitätsprozess des männlichen Protagonisten durch die Musik unterstützt wird und weist einen grundlegenden Funktionswandel des Genres nach. Im zeitgenössischen Bildungsroman wird Musik zu einem dystopisch eingefärbten Symbol für Isolation und Eskapismus bis hin zu einem Substitut personaler wie sozialer Identität.

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4.3 Rekurs auf die Künste als alternativer Bildungsweg im englischen Bildungsroman seit 1900 89

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89 But Bildung is not merely the accumulation of experience, not merely maturation in the form of fictional biography. There must be a sense of evolutionary change within the self, a teleology of individuality, even if the novel, as many do, comes to doubt or deny the possibility of achieving a gratifying result.388 So lässt sich um 1900 eine Rückkehr zur künstlerischen Bildung des Protagonis- ten feststellen, die sowohl an die deutsche Ausrichtung des Romangenre wie auch an die antike Vorstellung der charakterlichen und moralischen Stärkung des Menschen anknüpft. Besonders der Musik wird die Macht zugesprochen, Ausblicke auf sinnstiftendes soziales Zusammenleben zu gewähren, das in der Realität häufig nicht mehr einlösbar ist. […] the mid-Victorians privilege culture; they imagine the protagonist becoming himself – achieving freedom – by subordinating the givens of his natural body. The Modernists, by contrast, privilege nature; they envisage the protagonist’s freedom and self-enactment in his capacity to affirm desire and to resist, ignore, or simply endure his culture’s injunc- tions.389 So werden die Emotionen und damit auch ihr Ausdruck durch die Künste als in- dividuelle Ausdruck deutlich aufgewertet. 4.3 Rekurs auf die Künste als alternativer Lebensweg im englischen Bildungsroman seit 1900 Hans Wagner stellt in England eine „um 1910 geradezu sprunghaft einsetzende Flut von Bildungsromanen“390 fest, die sich durch eine „vertiefte Verinnerli- chung gegenüber den englischen Vorläufern“391 auszeichnen. Wesentlichen Ein- fluss bei dieser Entwicklung hat eine Romanfolge, die eine Musikerpersönlich- keit thematisiert....

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