Show Less

Die Darstellung von Musik im zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsroman

Peter Ackroyd, Vikram Seth, Richard Powers, Frank Conroy, Paul Auster

Series:

Meike Reher

Die Studie untersucht musikalische Thematisierungen und strukturelle Affinitäten in zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsromanen. Im Gegensatz zu bisher vorliegenden Arbeiten zielt sie auf eine gattungsspezifische Perspektive. Die Autorin untersucht, wie der Bildungs- und Identitätsprozess des männlichen Protagonisten durch die Musik unterstützt wird und weist einen grundlegenden Funktionswandel des Genres nach. Im zeitgenössischen Bildungsroman wird Musik zu einem dystopisch eingefärbten Symbol für Isolation und Eskapismus bis hin zu einem Substitut personaler wie sozialer Identität.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

4.4 Tendenzen des zeitgenössischen englischen Bildungsromans 92

Extract

92 4.4 Tendenzen des zeitgenössischen englischen Bildungsromans 4.4.1 Narrative Bestandteile des Genres: plot, Rolle des Erzählers, Sprachbehandlung Christoph Schöneich konstatiert, dass der „englische Roman in der Mitte des 20. Jahrhunderts teilweise zu Problemstellungen und Techniken des 19. Jahr- hunderts zurückkehrt. Zentrale Aspekte dieser Kontinuität sind die Befindlich- keit des Subjekts und das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft.“406 Wei- terhin zeichnet sich eine gewisse Kontinuität des realistischen Romans ab, Ver- suche radikaler Erneuerung finden seltener statt. In englischen Romanen lässt sich ein „moderates Verfremden“407 beobachten und ein „bei aller Skepsis stär- kere[s] Festhalten an traditionellen Sinnsystemen und auch am Vertrauen in die mimetische Leistungsfähigkeit der Sprache[...].“408 Die einzelnen Parameter nar- rativer Konstruktion haben sich im zeitgenössischen englischen Bildungsroman jedoch grundlegend geändert. Der plot hatte in der Romantik noch eine kohären- te auf ein glückliches Ziel hin angelegte Grundstruktur. Nun gestaltet sich das Ende facettenreich, nicht immer findet der Protagonist ein Wirkungsfeld, dass seinen Fähigkeiten entspricht, nicht immer passt er sich den Ansprüchen seiner Zeit und Umgebung an.409 Die Lebensführung wird zunehmend als komplexer empfunden, der Widerspruch zwischen sozialen Einflüssen und den Bedürfnis- sen des Individuums und lassen ein zielgerichtetes Leben als kaum noch mög- lich erscheinen.410 War das Ende des Bildungsromans der traditionelle Ort, an dem der Protagonist rückblickend seinem Leben Sinnhaftigkeit zuschreiben konnte, so ist das Ende eines Bildungsromans nun das Eingeständnis von Schei-...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.