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Die Darstellung von Musik im zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsroman

Peter Ackroyd, Vikram Seth, Richard Powers, Frank Conroy, Paul Auster

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Meike Reher

Die Studie untersucht musikalische Thematisierungen und strukturelle Affinitäten in zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsromanen. Im Gegensatz zu bisher vorliegenden Arbeiten zielt sie auf eine gattungsspezifische Perspektive. Die Autorin untersucht, wie der Bildungs- und Identitätsprozess des männlichen Protagonisten durch die Musik unterstützt wird und weist einen grundlegenden Funktionswandel des Genres nach. Im zeitgenössischen Bildungsroman wird Musik zu einem dystopisch eingefärbten Symbol für Isolation und Eskapismus bis hin zu einem Substitut personaler wie sozialer Identität.

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4.5 Zusammenfassung 96

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96 Die Gesellschaft wird im Bildungsroman als desorientierend und bedrohlich wahrgenommen. Sie entlarvt sich ebenso wie die Erzählung selbst als soziales Konstrukt. Die Welt existiert zwar noch als reale Größe und die Figuren im mo- dernen Bildungsroman bemühen sich diese zu entschlüsseln. Dabei reichen die Deutungsmöglichkeiten der fiktiven Personen jedoch kaum noch aus und der Text demonstriert ihre Schwierigkeiten sich mit menschlichen Verständnis ihre Umgebung zu erschließen. Gleichzeitig können die Künste als Ausdruck der äs- thetischen Funktion des Textes nur noch eingeschränkt eine kompensatorische Funktion übernehmen, denn „dieser vermeintlich authentische Ausdruck [wur- de] im Folgenden als lediglich eine weitere sprachliche oder kulturelle Konven- tion entlarvt.“430 4.5 Zusammenfassung Zwei eigentlich paradoxe Schlussfolgerungen lassen sich aus der Diskussion ü- ber die unterschiedlichen Ausprägungen des Bildungsromans ziehen. Zum Einen können eigentlich nur sehr wenige Romane der Typologie des Bildungsromans entsprechen. Das Bildungsideal, das einer im 18. Jahrhundert noch aristokratisch geprägten Gesellschaft entspricht, ist so eng determiniert und auf einen idealisie- renden Bildungsbegriff beschränkt, dass nur wenige Romane ihm entsprechen.431 Zum Anderen kann jedoch eine zunehmende Zahl von Romanen als Bildungs- roman verortet werden, wenn Bildung anders definiert und nicht an die soziale Einbindung gebunden wird. Bildung im Sinne von Selbsterkenntnis ist nicht notwendigerweise an ein erfolgreiches Romanende gekoppelt. Auch Protagonis- ten, die trotz ihrer Bemühungen an der Gesellschaft resignieren, können dann im Sinne einer reflexiven Selbsterkenntnis gereift erscheinen.432 Zudem sind die äu- ßeren Einflüsse, unter...

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