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Die Darstellung von Musik im zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsroman

Peter Ackroyd, Vikram Seth, Richard Powers, Frank Conroy, Paul Auster

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Meike Reher

Die Studie untersucht musikalische Thematisierungen und strukturelle Affinitäten in zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsromanen. Im Gegensatz zu bisher vorliegenden Arbeiten zielt sie auf eine gattungsspezifische Perspektive. Die Autorin untersucht, wie der Bildungs- und Identitätsprozess des männlichen Protagonisten durch die Musik unterstützt wird und weist einen grundlegenden Funktionswandel des Genres nach. Im zeitgenössischen Bildungsroman wird Musik zu einem dystopisch eingefärbten Symbol für Isolation und Eskapismus bis hin zu einem Substitut personaler wie sozialer Identität.

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6.2 Die klassischen Künste im Licht der Medienwissenschaft 123

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123 stellung eines einheitlichen Textes durch die vielfältige bewusster und unbe- wusster intertextueller Verflechtungen endgültig obsolet geworden, die die „pos- tulierte ‚Reinheit’ der Medien als Fiktion entlarven.“590 So rekurriert die Untersuchung der Intermedialität auf antike Vorbilder. Die Diskrepanz zwischen der antiken Vorstellung einer Einheit von Sprache und Musik und den späteren Versuchen der Geisteswissenschaften, Einzeldisziplinen voneinander abzugrenzen, ist augenfällig. Die Vernetztheit von Texten ist ein uraltes Phänomen, die konkreten Beziehungen umfassen das Zitat, die Anspie- lung, die Übersetzung oder die Parodie. In der Antike waren beispielsweise O- den und Tragödien keine monolithischen Gattungen.591 Das seit Kurzem starke Interesse an der Verbindung der Künste verstellt deswegen nur zu leicht den Blick darauf, dass im Altertum die Künste nicht als voneinander getrennte Be- reiche verstanden wurden. So waren bei Aristoteles Musik und Dichtung eine Einheit, die keine getrennte Theoriebildung erforderte. Im Lichte dieser Feststellungen erscheinen alle Klagen, dass Aristoteles es versäumt ha- be, eine Taxonomie der verschiedenen Künste und Gattungen zu entwerfen, als Produkte einer Geisteswissenschaft, die (noch) verzweifelt nach Klassifikationen einer (vermeint- lich und tatsächlich) aufgespaltenen ‚Medienlandschaft’ sucht.592 Somit können die interart studies auf eine weitreichende Tradition rekurrieren, die ihren Anknüpfungspunkt bis in die Antike hinein findet. 6.2 Die klassischen Künste im Licht der Medienwissenschaft Die Künste selber waren aber eine dezidierten Wertung unterworfen. Die Be- schäftigung mit der „klassischen“ Literatur, Kunst und Musik vernachlässigte die traditionellen volksnahen Künste. Die Fixierung...

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