Show Less

Die Darstellung von Musik im zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsroman

Peter Ackroyd, Vikram Seth, Richard Powers, Frank Conroy, Paul Auster

Series:

Meike Reher

Die Studie untersucht musikalische Thematisierungen und strukturelle Affinitäten in zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsromanen. Im Gegensatz zu bisher vorliegenden Arbeiten zielt sie auf eine gattungsspezifische Perspektive. Die Autorin untersucht, wie der Bildungs- und Identitätsprozess des männlichen Protagonisten durch die Musik unterstützt wird und weist einen grundlegenden Funktionswandel des Genres nach. Im zeitgenössischen Bildungsroman wird Musik zu einem dystopisch eingefärbten Symbol für Isolation und Eskapismus bis hin zu einem Substitut personaler wie sozialer Identität.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

7.5.2 Vergleich sprachlicher und musikalischer Zeichen unter akustischen und dynamischen Gesichtspunkten 164

Extract

164 Musik und daher einer direkten Bedeutungszuweisung nicht zugänglich. Tat- sächlich schwächt Stegbauer ihre Darstellung in der Schlussbemerkung wieder ab. Hier spricht sie von einer „semantisch aufgeladenen Musik“, da diese mit Abweichungen von tradierten Hörerwartungen spielt und generelle emotionale Reaktionen hervorruft.800 7.5.2 Vergleich sprachlicher und musikalischer Zeichen unter akustischen und dynamischen Gesichtspunkten Wie können musikalische Werke nun innerhalb eines sprachlichen Zeichensys- tems unter der Prämisse gewisser semantischer Qualitäten verstanden werden? Was könnte einem sprachlichen Zeichen entsprechen? Ist es ein Satz, eine No- tenzeile, oder „nur“ eine Note? Wolf ververgleicht hier eine musikalische Phrase mit einer Phrase/einem Satz im literarischen Bereich. Wird eine detailliertere Betrachtungsweise angestrebt, ist die Zuordnung einer Note etwa zu einem Wort oder einem Buchstaben mehrdeutig und nicht zulösen, da es nicht klar ist, wie musikalischen Zeichen als „discrete signifying units on a microlevel“801 ana- lysiert werden können. Die grundsätzliche Ähnlichkeit zwischen sprachlichem und musikalischem Zeichen besteht in der akustischen Natur und in der dynamischen Entfaltung. Der Zeitaspekt ist somit konstitutiv für die Musik wie auch für die Literatur; demgegenüber werden visuellen Künste wie die Malerei oder die Architektur als dominiert durch ihren Raumaspekt wahrgenommen. Analog zur Literatur kann Musik in gewisser Weise als Text wahrgenommen werden, da die abendländi- sche Musik schriftlich überliefert in Notenform vorliegt. Somit können sowohl ein literarischer wie auch ein Notentext beliebig reproduziert und verbreitet werden.802 Allerdings evoziert diese grundsätzliche Affinität eine M...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.