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Die Darstellung von Musik im zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsroman

Peter Ackroyd, Vikram Seth, Richard Powers, Frank Conroy, Paul Auster

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Meike Reher

Die Studie untersucht musikalische Thematisierungen und strukturelle Affinitäten in zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsromanen. Im Gegensatz zu bisher vorliegenden Arbeiten zielt sie auf eine gattungsspezifische Perspektive. Die Autorin untersucht, wie der Bildungs- und Identitätsprozess des männlichen Protagonisten durch die Musik unterstützt wird und weist einen grundlegenden Funktionswandel des Genres nach. Im zeitgenössischen Bildungsroman wird Musik zu einem dystopisch eingefärbten Symbol für Isolation und Eskapismus bis hin zu einem Substitut personaler wie sozialer Identität.

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8.5.2 Kennzeichen des postmodernen historischen Romans: eine Skizze 216

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216 braucht Bezugspunkte. Heike Hartung betont in ihrer Schrift Die dezentrale Ge- schichte. Historisches Erzählen und literarische Geschichte(n) bei Peter Ac- kroyd, Graham Swift und Salman Rushdie, dass sich Peter Ackroyd dezidiert gegen einen nostalgischen Rückblick auf die Vergangenheit ausspricht. Damit korrespondiert die Forderung alternative Traditionen als mögliche Optionen des kulturellen Bewusstseins anzuerkennen und damit auch andere Bezugspunkte zu schaffen.1023 [...] sein Versuch einer Identitätsbildung und Sinnstiftung über den Umweg einer (re)konstruierten Kulturgeschichte [lässt sich] als eine repräsentative Tendenz sehen, Kontinuität in eine pluralistische gesellschaftliche Grundhaltung zu integrieren.1024 8.5.2 Kennzeichen des postmodernen historischen Romans: eine Skizze Peter Ackroyd folgt mit English Music einem allgemeinen Trend in der fiktiona- len Erzählliteratur der Gegenwart, den historischen Roman als Genre neu zu bestimmen und damit mit den restriktiven Konventionen dieser Romanform zu brechen.1025 Ina Schabert klammert in einer Definition des historischen Romans den Gegenwartsroman bewusst aus und legt nachzeitiges Erzählen als wesentli- ches Kriterium des Genres fest.1026 Sie sind demnach „so spezifisch in der Le- benszeit des Autors angesiedelt, dass sie einer späteren Lesergeneration doku- mentarischen Aufschluss über das Besondere dieser Zeit geben können.“1027 Ebenso wie die Romanform, die im 19. Jahrhundert zur Blüte gelangte, nach wie vor große Aktualität besitzt, haben fiktive Biographien Hochkonjunk- tur. 1028 Es lässt sich eine allgemeine Rückkehr zum Erzählen konstatieren,1029 1023 Vgl. Hartung, Die dezentrale Geschichte, S. 51. Er nimmt in diesem Zusammenhang auf die katholische Tradition...

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