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Die Darstellung von Musik im zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsroman

Peter Ackroyd, Vikram Seth, Richard Powers, Frank Conroy, Paul Auster

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Meike Reher

Die Studie untersucht musikalische Thematisierungen und strukturelle Affinitäten in zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsromanen. Im Gegensatz zu bisher vorliegenden Arbeiten zielt sie auf eine gattungsspezifische Perspektive. Die Autorin untersucht, wie der Bildungs- und Identitätsprozess des männlichen Protagonisten durch die Musik unterstützt wird und weist einen grundlegenden Funktionswandel des Genres nach. Im zeitgenössischen Bildungsroman wird Musik zu einem dystopisch eingefärbten Symbol für Isolation und Eskapismus bis hin zu einem Substitut personaler wie sozialer Identität.

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9.3 Zeitgenössische Identitätsfindung als Differenzqualität im postkolonialen Kontext 238

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238 aufzuzeigen, werden in dieser Erzählung die inneren Entwicklungen durch das Mittel der Musik nachgezeichnet: „the novel is full with musical majestic disco- veries and revelations.“1149 Eine Krise ersetzt im Klimax ein harmonische Ende. Das Ende bleibt jedoch offen und schlägt einen Bogen zum Titel des Romans: Music, such music, such a sufficient gift. Why ask for happiness; why hope not to grieve? It is enough, it is to be blessed enough, to live from day to day and to hear such music – not too much, or the soul could not sustain it – from time to time. (AEM, 484). Diese Vorstellung von Musik ist die prototypisch europäische Darstellung der emotionalen, transzendenten Antizipation des musikalischen Potentials. Der Romanheld reduziert seine weltlichen Wünsche und überträgt Gefühle von Glück und Vollkommenheit auf die Sphäre der Musik, die die Gesellschaft nicht geben kann. Parameter der Exklusion und Isolation werden im Roman aufgegrif- fen, die auch zentrale Bestandteile des postkolonialen Romans sind. Der Ver- such der Identitätsfindung Michael Holmes wird in diesem Kontext nachvoll- ziehbar, wie der nächste Abschnitt erläutert. 9.3 Zeitgenössische Identitätsfindung als Differenzqualität im postkolonialen Kontext Die zeitgenössische postkoloniale Literatur hat gegenüber früheren Jahrzehnten einen deutlichen Bedeutungswandel vollzogen. Der Diskurs kreist weniger um Probleme der Immigration in westlichen Ländern als vielmehr um die selbstre- flexive Identitätssuche in unterschiedlichen Kulturen.1150 Der Bildungsroman er- hält durch den Einfluss der postkolonialen Literatur neue Impulse, da...

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