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Die Darstellung von Musik im zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsroman

Peter Ackroyd, Vikram Seth, Richard Powers, Frank Conroy, Paul Auster

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Meike Reher

Die Studie untersucht musikalische Thematisierungen und strukturelle Affinitäten in zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsromanen. Im Gegensatz zu bisher vorliegenden Arbeiten zielt sie auf eine gattungsspezifische Perspektive. Die Autorin untersucht, wie der Bildungs- und Identitätsprozess des männlichen Protagonisten durch die Musik unterstützt wird und weist einen grundlegenden Funktionswandel des Genres nach. Im zeitgenössischen Bildungsroman wird Musik zu einem dystopisch eingefärbten Symbol für Isolation und Eskapismus bis hin zu einem Substitut personaler wie sozialer Identität.

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9.5.2 Musikalische Themen in An Equal Music als Umschreibung des Erfahrungsradius des Protagonisten 251

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251 wird.1215 1994 schrieb Seth ein Libretto für eine von der English National Opera in Auftrag gegebene Komposition von Alec Roth. Arion and the Dolphin1216 er- zählt den antiken Mythos des Musikers Arion von Korinth.1217 In der Dichotomie zwischen telling und showing kann zwar nur dann von einer genuinen Musikalisierung eines Prosatextes gesprochen werden, wenn der Text Affinitäten zu musikalischen Formen und Strukturen aufzeigt.1218 Aller- dings indiziert die Dominanz der musikrelevanten Thematiken musikalische Analogien. Im folgenden Abschnitt sollen zentrale musikalische Themen näher erläutert werden. 9.5.2 Musikalische Themen in An Equal Music als Umschreibung des Erfahrungsradius des Protagonisten 9.5.2.1 „Die Tononi“ – Michael Holmes Geige als Extension seines Selbst Michael Holme besitzt zu seiner Violine eine sehr enge Bindung, die sich bio- graphisch erklären lässt. Er erlernt das Geigenspiel im Alter von neun Jahren, wobei er in der Kindheit noch nicht mit einem wertvollen Instrument spielt. Erst als er ein Aufbaustudium an der Wiener Musikhochschule anstrebt, leiht ihm seine Förderin Mrs Formby ihr antikes italienisches Instrument (vgl. AEM, 85). Die Geige wurde von Carlo Tononi 1727 erbaut, sie überlässt Michael damit ein Instrument, dass er sich ohne seine Mentorin nie hätte leisten können und für ei- ne Karriere als Solist geeignet ist (vgl. AEM, 88, 458). Die Tononi begleitet Mi- chael Holme im Studium und im Beruf, er nimmt sie wie einen Menschen wahr und reagiert sehr sensibel auf Veränderungen im Ton (vgl. AEM, 5). Seine Quar- tettpartnerin Helen...

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