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Die Darstellung von Musik im zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsroman

Peter Ackroyd, Vikram Seth, Richard Powers, Frank Conroy, Paul Auster

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Meike Reher

Die Studie untersucht musikalische Thematisierungen und strukturelle Affinitäten in zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsromanen. Im Gegensatz zu bisher vorliegenden Arbeiten zielt sie auf eine gattungsspezifische Perspektive. Die Autorin untersucht, wie der Bildungs- und Identitätsprozess des männlichen Protagonisten durch die Musik unterstützt wird und weist einen grundlegenden Funktionswandel des Genres nach. Im zeitgenössischen Bildungsroman wird Musik zu einem dystopisch eingefärbten Symbol für Isolation und Eskapismus bis hin zu einem Substitut personaler wie sozialer Identität.

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10.3 „The world was not a madrigal. It was a howl.“ – Leben in einer hybriden Identität 269

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269 gefangen in ihrer Kunstform. Jonah bemerkt desillusioniert: „Couple of damn bears on roller skates is what we are“ (TOS, 128). Obwohl beide Brüder eine klassische Musikerausbildung absolvieren, manifestieren sich die Auswirkungen auf ihre Identitätsbildung in der Dichotomie zwischen personaler und sozialer Identität ganz unterschiedlich. Während Joseph unter Schwierigkeiten zu einer eigenen Identität findet, enden die fortwährenden Bestrebungen Jonahs, jenseits aller ethnischen Bezeichnungen zu existieren, im Tod. 10.3 „The world was not a madrigal. The world was a howl.” - Leben in einer hybriden Identität Das Ende des Romans erscheint überraschend und im chronologischen Ablauf unlogisch. Es lässt zum Einen auf einen zirkulären Ansatz in der formalen Ges- taltung der Erzählung schließen, zum Anderen weist er durch das narrative In- einanderblenden verschiedener Generationen auf die Schicksalsgemeinschaft der dargestellten Familie hin. Besonders die Brüder Jonah und Joseph Strom agieren in einem engen Wechselverhältnis und trotz ihrer zeitweiligen geographischen Trennung in gegenseitiger Dependenz. Beide verbindet ihre Sonderstellung als gemischtrassige Kinder, die weder der weißen Gesellschaftsmehrheit noch der marginalisierten schwarzen Bevölkerung angehören. Sie erdulden tägliche subti- le Feindseligkeiten gegen ihre Person, wie es in der Überschrift umschrieben ist (vgl. TOS, 50). Beide stehen in einem Spannungsverhältnis zwischen der Not- wendigkeit, in einer von rassistisch geprägten Gesellschaft zu leben, und der Flucht in die klassische Musik, dessen Musiker sich nur oberflächlich als tole- rant präsentieren. Die Romanfiguren verkörpern so aufgrund ihrer Herkunft...

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