Show Less

Die Darstellung von Musik im zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsroman

Peter Ackroyd, Vikram Seth, Richard Powers, Frank Conroy, Paul Auster

Series:

Meike Reher

Die Studie untersucht musikalische Thematisierungen und strukturelle Affinitäten in zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsromanen. Im Gegensatz zu bisher vorliegenden Arbeiten zielt sie auf eine gattungsspezifische Perspektive. Die Autorin untersucht, wie der Bildungs- und Identitätsprozess des männlichen Protagonisten durch die Musik unterstützt wird und weist einen grundlegenden Funktionswandel des Genres nach. Im zeitgenössischen Bildungsroman wird Musik zu einem dystopisch eingefärbten Symbol für Isolation und Eskapismus bis hin zu einem Substitut personaler wie sozialer Identität.

Prices

See more price optionsHide price options
Show Summary Details
Restricted access

11.5 Zusammenfassung 302

Extract

302 11.5 Zusammenfassung Der Protagonist Claude Rawlings erlebt seine Entwicklung zur künstlerischen Reife als einen geradlinigen Weg von kindlichen Anfängen bis zu erfolgreichen Konzerterfahrungen. Weder auf menschlicher noch auf künstlerischer Ebene sind mäandrierende Prozesse nachzuweisen, die auf Selbstzweifel oder künstle- rische Skepsis hindeuten könnten. Die Ausformung des musikalischen Potentials ist nach der Initiative des kindlichen Protagonisten im Wesentlichen von außen durch den Mentor Mr. Weisfeld gesteuert. Daher kann im vorliegenden Fall von einem Bildungsroman mit starken erzieherischen Anteilen gesprochen werden. Zwar behandeln viele Szenen Unterrichts- oder allgemeine Erklärungssituatio- nen, das Talent des Romanhelden wird aber vor Allem als natürliche Gabe ange- sehen, die auszuformen ist. Weder selbstreflexive Tendenzen noch rebellische Phasen unterminieren dieses Bestreben, das ganz auf den sozialen Aufstieg hin ausgerichtet ist und den Roman daher inhaltlich in die Nähe paradigmatischer englischer Bildungsromane des 19. Jahrhunderts rücken lässt. Die Klaviermusik besitzt für Claude dabei starke identitätsstiftende Konnotationen und durch musikalische Leistungen konstituiert er auch seinen Platz in der Gesellschaft. Erst nach der Adoleszenz gerät der Held in eine Krise, aus der er künstlerisch gereift hervorgeht und durch eine große Komposition eine bedeutende Karriere initiiert. Die heteroreferentielle Anlage des Romans lässt auf keinerlei intermediale Relationen zwischen Musik und Literatur schließen. Eine intensive Wahrneh- mung der Musik in der Erzählung wird jedoch durch die lebhafte und detailge- naue Nachzeichnung von Unterrichtssituationen und Konzerterfahrungen er- reicht.

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.