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Die Darstellung von Musik im zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsroman

Peter Ackroyd, Vikram Seth, Richard Powers, Frank Conroy, Paul Auster

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Meike Reher

Die Studie untersucht musikalische Thematisierungen und strukturelle Affinitäten in zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsromanen. Im Gegensatz zu bisher vorliegenden Arbeiten zielt sie auf eine gattungsspezifische Perspektive. Die Autorin untersucht, wie der Bildungs- und Identitätsprozess des männlichen Protagonisten durch die Musik unterstützt wird und weist einen grundlegenden Funktionswandel des Genres nach. Im zeitgenössischen Bildungsroman wird Musik zu einem dystopisch eingefärbten Symbol für Isolation und Eskapismus bis hin zu einem Substitut personaler wie sozialer Identität.

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12.2 The Music of Chance als zeitgenössischer Bildungsroman mit pikaresken Elementen 307

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307 druck harmonischer Reminiszenzen in einer sinnlos kreisenden, hermetisch ab- geschlossenen Welt und als einziger Fluchtpunkt, um seine Identität vorüberge- hend zu stabilisieren. 12.2 The Music of Chance als zeitgenössischer Bildungsroman mit pikaresken Elementen Die von einem heterodiegetischen Erzähler getragene Handlung beginnt in me- dias res während der Fahrt auf einem highway und erzählt retrospektiv die Er- lebnisse des Protagonisten Jim Nashe. Als Feuerwehrmann in Boston verdient er nach der Trennung von seiner Frau Thérèse als alleinerziehender Vater der zweijährigen Tochter Juliette seinen Lebensunterhalt. Überraschend erhält er ei- nes Tages die Nachricht, dass ihm sein seit Jahrzehnten verschwundener Vater ein kleines Vermögen vererbt hat. Unvermittelt eröffnet sich Nashe die Mög- lichkeit, seinem eintönigen und problembeladenen Alltag zu entfliehen. Er kauft sich einen neuen Saab und fährt zunächst im Urlaub ziellos durch Amerika. Die scheinbar unbegrenzte Freiheit dieser zweiwöchigen Fahrt initiiert einen Sog, dem sich Nashe nicht mehr entziehen kann. Mit brutaler Entschlossenheit bricht er alle Brücken hinter sich ab. Er kündigt und trennt sich von seinem Besitz, zu- letzt sogar von dem geliebten Klavier. Die nächsten vierzehn Monate verbringt Nashe allein auf den amerikanischen Highways. Sein einziger Begleiter in dieser Zeit sind Kassetten mit klassischer Musik. Sie beruhigt ihn und erzeugt eine Reminiszenz vertrauter Ordnung und Sicherheit. Mehr als ein Jahr kann Jim Nashe verdrängen, dass seine Irrfahrten quer durch Amerika nur durch das rasch zur Neige gehende Geld...

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