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Die Mängelhaftung des Bauunternehmers im deutschen und englischen Recht

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Jan-Bertram Hillig

Diese Studie beleuchtet die vertragliche Mängelhaftung des Bauunternehmers im deutschen und englischen Recht. Die Haftungsregime sind jeweils durch ein komplexes Zusammenspiel gesetzlicher, richterrechtlicher und standardvertraglicher Regeln geprägt. Der Verfasser zeigt auf, wie sich das deutsche Recht durch die Schuldrechtsreform aus dem Jahre 2002 dogmatisch auf das englische Recht zubewegt hat. Neben den groben Strukturen der Haftungssysteme werden auch zahlreiche Detailregelungen miteinander verglichen. Einen besonderen Schwerpunkt des Vergleichs bilden die Mängelhaftungsregeln der in der Praxis weit verbreiteten Standardbedingungen VOB/B (Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen, Teil B) und JCT SBC 2005 (Joint Contracts Tribunal: Standard Building Contract 2005).

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Zweiter Teil. Die Grundlagen des Vergleichs der Baumängelhaftung 55

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55 Zweiter Teil. Die Grundlagen des Vergleichs der Baumängelhaftung Im Folgenden werden Grundlagen der Baumängelhaftung nach deutschem und englischen Recht dargestellt, ohne deren Kenntnis ein Vergleich nicht möglich ist. Dabei wird der Schwerpunkt auf das englische Recht gelegt. A. Der römisch-germanische Rechtskreis und der Rechtskreis des Common Law Das deutsche Recht wird üblicherweise dem römisch-germanischen Rechtskreis zugeordnet.80 In der englischen Sprache wird dieser Rechtskreis als Civil Law bezeichnet.81 Demgegenüber stellt das englische Recht den historischen Aus- gangspunkt der Rechtsfamilie des Common Law dar.82 Die vorliegende Arbeit ist folglich ein Vergleich der Vertragshaftung zwischen Civil Law und Common Law. B. Common Law und Equity Law I. Die drei Bedeutungen des Begriffs Common Law Der Begriff Common Law hat drei unterschiedliche Bedeutungen.83 Erstens be- zeichnet er sämtliche Rechtssysteme, die primär auf Richterrecht basieren. 84 Nach diesem sehr weiten Verständnis umfasst der Begriff das gesamte Recht der betroffenen Systeme, also sowohl das Richterrecht (Case Law) als auch das Ge- setzesrecht (Statute Law). Dieses Verständnis ist in der vorliegenden Untersu- chung in Bezug genommen, soweit von dem „Common Law im weiteren Sinn“ oder von dem „Common Law-Rechtssystem“ gesprochen wird. In seiner zwei- ten, engeren Bedeutung erfasst der Begriff Common Law nur diejenigen Nor- 80 Vgl. David/Grasmann, 57, Zweigert/Kötz 130 ff. 81 Vgl. Treitel, Remedies, 1 82 Vgl. David/Grasmann, 436, Zweigert/Kötz, 64, 177 ff. Zu den verschiedenen Bedeu- tungen des Begriffs Common Law s. unten, Teil 2 B I. 83 Vgl. Birks-Bell, Vol....

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