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Die Mängelhaftung des Bauunternehmers im deutschen und englischen Recht

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Jan-Bertram Hillig

Diese Studie beleuchtet die vertragliche Mängelhaftung des Bauunternehmers im deutschen und englischen Recht. Die Haftungsregime sind jeweils durch ein komplexes Zusammenspiel gesetzlicher, richterrechtlicher und standardvertraglicher Regeln geprägt. Der Verfasser zeigt auf, wie sich das deutsche Recht durch die Schuldrechtsreform aus dem Jahre 2002 dogmatisch auf das englische Recht zubewegt hat. Neben den groben Strukturen der Haftungssysteme werden auch zahlreiche Detailregelungen miteinander verglichen. Einen besonderen Schwerpunkt des Vergleichs bilden die Mängelhaftungsregeln der in der Praxis weit verbreiteten Standardbedingungen VOB/B (Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen, Teil B) und JCT SBC 2005 (Joint Contracts Tribunal: Standard Building Contract 2005).

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Vierter Teil. Makrovergleichung der vertraglichen Mängelhaftung 121

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121 Vierter Teil. Makrovergleichung der vertraglichen Mängelhaftung Im Folgenden soll das deutsche und englische Mängelgewährleistungsrecht makrovergleichend421 untersucht werden. A. Das Verständnis des schuldrechtlichen Vertrags und die Auswirkungen auf das Mängelgewährleistungsrecht „Bauhaftung ist Vertragshaftung.“422 Dieser ebenso schlichte wie wichtige Be- fund lenkt den Blick auf die wahrscheinlich grundlegendste Differenz zwischen den Haftungsregimen in Deutschland und England und somit zwischen dem je- weiligen Mängelgewährleistungsrecht: Das deutsche und englische Vertrags- recht gehen von einem voneinander abweichenden Vertragsverständnis aus. Im Folgenden soll dieser Unterschied erläutert (Abschnitt I) und aufgezeigt werden, welche Besonderheiten der deutschen und englischen Baumängelhaftung sich daraus ergeben (Abschnitt II). Abschließend wird ein Überblick über die histori- schen Ursachen des englischen Vertragsverständnisses gegeben (Abschnitt III). Zu erwähnen ist noch, dass im Folgenden grundsätzlich auf das Vertragsver- ständnis des Common Law im engeren Sinn423 Bezug genommen wird, denn dieses Recht bildet die Basis des englischen Rechts. Auf die Abweichungen, die sich aus dem Equity Law424 ergeben, wird gesondert hingewiesen. I. Das Verständnis vom schuldrechtlichen Vertrag im deutschen und englischen Recht 1. Problemstellung Der Begriff Vertragsverständnis bezieht sich auf den Inhalt der vertraglichen Pflicht des Schuldners. Weller bezeichnet diese Problematik als die „Struktur des Erfüllungsanspruchs“.425 Es geht um die Frage „Was kann der Gläubiger verlangen?“ bzw. „Worauf hat er einen klagbaren Anspruch?“426 Hiervon streng 421 Zur Methode der Makrovergleichung s. oben, Teil 1 C. 422 Wiegand, Bauhaftung, 41. 423 Zu den...

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