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Die Mängelhaftung des Bauunternehmers im deutschen und englischen Recht

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Jan-Bertram Hillig

Diese Studie beleuchtet die vertragliche Mängelhaftung des Bauunternehmers im deutschen und englischen Recht. Die Haftungsregime sind jeweils durch ein komplexes Zusammenspiel gesetzlicher, richterrechtlicher und standardvertraglicher Regeln geprägt. Der Verfasser zeigt auf, wie sich das deutsche Recht durch die Schuldrechtsreform aus dem Jahre 2002 dogmatisch auf das englische Recht zubewegt hat. Neben den groben Strukturen der Haftungssysteme werden auch zahlreiche Detailregelungen miteinander verglichen. Einen besonderen Schwerpunkt des Vergleichs bilden die Mängelhaftungsregeln der in der Praxis weit verbreiteten Standardbedingungen VOB/B (Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen, Teil B) und JCT SBC 2005 (Joint Contracts Tribunal: Standard Building Contract 2005).

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Sechster Teil. Überblick zur außervertraglichen Haftung des Bauunternehmers bei mangelhaften Bauwerken 437

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437 Sechster Teil. Überblick zur außervertraglichen Haftung des Bauunternehmers bei mangelhaften Bauwerken Für Schäden, die durch mangelhafte Bauwerke verursacht worden sind, kommt eine Haftung des Bauunternehmers aus Deliktsrecht bzw. Law of Tort1756 in Be- tracht. Der Umfang dieser Haftung ist überaus relevant für das Verständnis der vertraglichen Mängelhaftung, denn die vertragsrechtliche Lösung eines Sach- verhalts hat unter Umständen den Zweck, eine als unangemessen empfundene deliktsrechtliche Lösung auszugleichen.1757 In diesem Teil der Arbeit werden be- sonders relevante Fragen des Bau-Deliktsrecht überblickartig und ohne Ans- pruch auf Vollständigkeit1758 dargestellt. Der Schwerpunkt wird auf das engli- sche Recht gelegt, und im englischen Recht auf den tort of negligence. Andere in Betracht kommende Anspruchsgrundlagen sollen außer Betracht bleiben.1759 A. Relevanz der außervertraglichen Haftung des Bauunternehmers gegenüber dem Bauherrn In der Praxis ist die außervertragliche Haftung des Bauunternehmers in erster Linie relevant, wenn Dritte Schadensersatz verlangen, die nicht in einem Ver- tragsverhältnis zu dem Bauunternehmer stehen. Typischerweise sind dies Eigen- 1756 Der Begriff Tort stammt von dem lateinischen Wort tortus („gewunden“, „gedreht“, im Sinne von „jemandem einen Arm oder ein Bein ausdrehen“). Zur Entwicklung dieses Begriffs vgl. von Bar, Bd. I, 6 f. Es ist dogmatisch nicht abschließend geklärt, ob bei der Bezeichnung des Rechtsgebiets der Singular (Law of Tort) oder der Plural (Law of Torts) zu verwenden ist, Lyall, 261. 1757 So wird das Deliktsrecht auch als die „Komplementärerscheinung des Vertragsrechts“ bezeichnet, von Bar, Bd. I,...

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