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Clinton am Kivu-See

Die Geschichte einer afrikanischen Katastrophe

Helmut Strizek

In der Regierungszeit des amerikanischen Präsidenten Bill Clinton von 1993 bis 2001 ist das zentrale Afrika aus den Fugen geraten. Die amerikanische Politik hat dazu beigetragen. Auslöser für eine Kettenreaktion von Katastrophen (Ruanda-Krieg 1994 und die beiden Kongo-Kriege 1996/1997 und 1998/1999) war Clintons «Flucht aus Somalia» nach dem Desaster von Mogadischu am 3. Oktober 1993. Dem Wirken der Clinton-Administration östlich und westlich des Kivu-Sees und dem Scheitern der nach dem Fall der Berliner Mauer eingeleiteten Demokratisierung auch in diesem Teil der Welt wird in der Untersuchung nachgespürt. Dabei taucht ein «Sudan-Syndrom» als möglicher Erklärungsschlüssel für die amerikanische Politik seit 1993 auf.

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III. Ein Mann aus Arkansas: William Jefferson „Bill“ Clinton 64

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64 III. Ein Mann aus Arkansas: William Jefferson „Bill“ Clinton Der Arkansas-Gouverneur William Jefferson Clinton hat für viele Beob- achter überraschend George Bush sen., den umstrahlten Sieger des Kalten Kriegs und Helden des Golfkriegs 1991, aus dem Weißen Haus vertreiben kön- nen. Bush glaubte, seine Wiederwahl werde ein Selbstläufer. Dass er einem „Churchill-Effekt“ zum Opfer fallen könnte, hat er auch dann noch für unwahr- scheinlich gehalten, als Umfragen ergaben, die Amerikaner seien der großen außenpolitischen Anstrengungen müde und glaubten, Bush kümmere sich nicht genug um die wirtschaftliche Lage seiner Landsleute. Zudem habe man zu ihm, der im Wahlkampf 1988 mit dem Spruch “Schauen Sie genau auf meine Lippen: Keine neuen Steuern“ geworben hatte und dann 1990 unter dem Druck der von seinem Vorgänger Reagan hinterlassenen Schuldenlast doch die Steuern erhöh- te, das Vertrauen verloren. Clinton folgte dieser Grundstimmung und führte einen auf innenpolitische Themen konzentrierten Wahlkampf. Das entsprach auch seiner politischen Er- fahrung als Gouverneur des armen Südstaates Arkansas. Außenpolitik war für Clinton nach dem Ende des Kalten Kriegs keine lebenswichtige Frage. David Halberstam hat diesen Tatbestand in War in a Time of Peace. Bush, Clinton and the Generals144 mit einer Anekdote nach Clintons Sieg veranschaulicht: Kurz vor seiner Amtseinführung traf er sich mit den Vorsitzenden der Ausschüsse des Abgeordnetenhauses und befragte jeden nach den spezifischen Problemen ihres jeweiligen Zuständigkeitsbereichs. Als Lee Hamilton, der Vorsitzende des Aus- wärtigen Ausschuss des...

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