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Clinton am Kivu-See

Die Geschichte einer afrikanischen Katastrophe

Helmut Strizek

In der Regierungszeit des amerikanischen Präsidenten Bill Clinton von 1993 bis 2001 ist das zentrale Afrika aus den Fugen geraten. Die amerikanische Politik hat dazu beigetragen. Auslöser für eine Kettenreaktion von Katastrophen (Ruanda-Krieg 1994 und die beiden Kongo-Kriege 1996/1997 und 1998/1999) war Clintons «Flucht aus Somalia» nach dem Desaster von Mogadischu am 3. Oktober 1993. Dem Wirken der Clinton-Administration östlich und westlich des Kivu-Sees und dem Scheitern der nach dem Fall der Berliner Mauer eingeleiteten Demokratisierung auch in diesem Teil der Welt wird in der Untersuchung nachgespürt. Dabei taucht ein «Sudan-Syndrom» als möglicher Erklärungsschlüssel für die amerikanische Politik seit 1993 auf.

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XI. Ermordung von Laurent Kabila und „Inthronisation“ von Joseph K. 269

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269 XI. Ermordung von Laurent Kabila und „Inthronisation“ von Joseph K. Die Ermordung von Laurent Kabila826 am 16. Januar 2001 fiel zeitlich noch in die Ära Clinton, aber bei der Inthronisation von Joseph Kabila am 26. Januar 2001 war schon George Bush jun. im Amt. Man wird davon ausge- hen dürfen, dass diese Aktion, die einem Kriminalroman entnommen sein könn- te, von der Clinton-Administration vorbereitet wurde.827 Denn dass Angola nach dem Mord voll mit den Amerikanern kooperierte und der „kleine Kabila“ ohne jegliche Diskussion in den westlichen Hauptstädten empfangen wurde, lässt sich ohne vorherige Absprachen nicht denken. Die Sicherheit in der Megastadt Kin- shasa wurde von Soldaten Angolas und Simbabwes aufrecht erhalten. Auch dies konnte nicht aus heiterem Himmel erfolgen. Schon in der erwähnten Rede in Libreville im September 1998 hatte Lau- rent Kabila gesagt, da man im Ausland keine Chance zur Intervention gegen ihn sähe, rede man nun überall von seiner bevorstehenden Ermordung. Und in der Tat berichtet Emmanuel Nashi von einem Attentatsversuch in Harare im März 1999 bei einem dortigen Kabila-Besuch. Drei aus Kinshasa eingereiste als pro- testantische Missionare kaschierte amerikanische Militärs sollten das Werk der Beseitigung Kabilas vollbringen, wurden aber von Mugabes Sicherheitsdiensten verhaftet. Nach Presseberichten hätten sie den Attentatsversuch gestanden.828 Am 16. Januar 2001, fast auf den Tag829 vierzig Jahre nach der von der Ei- senhower-Administration orchestrierten Ermordung von Patrice Lumumba830 durch belgische Geheimdienste, fiel der Staatschef der Demokratischen Repu- blik Kongo Laurent-Désiré Kabila in seinem...

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