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Das IASB und die Regulierung der Rechnungslegung in der EU

Eine Analyse von Legitimation und Lobbying

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Gerhard Kurz

Das IASB hat mit der weltweiten Anerkennung der von ihm entwickelten Rechnungslegungsstandards IFRS, allen voran in der EU und den USA, eine enorme Machtfülle erlangt. Der Autor geht der Frage nach, welche Legitimation dem IASB als Standardsetter zukommt und welchen Einflussnahmen es durch Lobbying ausgesetzt ist. Hierzu leitet er Kriterien ab, die eine Beurteilung des Umfangs der außerstaatlichen Legitimation des privaten Standardsetters erlauben. Eine Analyse des Lobbying gegenüber dem IASB erfolgt mit einer empirischen Untersuchung der zum Projekt IFRS for Small- and Medium-sized Entities eingegangenen Stellungnahmen. Eine tiefgehende Inhaltsanalyse erlaubt Rückschlüsse auf die Treiber des Lobbying sowie den Einfluss interessengruppen- und kulturspezifischer Kriterien.

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2. Theorie der Regulierung 7

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7 2. Theorie der Regulierung 2.1. Begriffsabgrenzung Der Inhalt der Vokabel Regulierung ist nicht eindeutig und wird mit unterschiedlichen Bedeutungen verwendet. Nach Picot bedeutet Regulierung, „dass der Staat dem priva- ten Handeln Beschränkungen auferlegt“31, mit anderen Worten: der Staat greift in den freien Markt ein.32 Dies kann durch Gesetze, Verordnungen oder andere Mittel ge- schehen, die die Rahmenbedingungen des Handelns festlegen.33 Regelmäßig unterlie- gen nicht alle Handelnden den gleichen Einschränkungen, sondern diese betreffen nur einen bestimmten Teil des Marktes oder seiner Teilnehmer.34 Andere Autoren fassen Regulierung weiter und bezeichnen damit jegliche Art verhaltenssteuernder Maßnah- men.35 Damit sind auch solche Eingriffe eingeschlossen, die nicht vom Staat ausgehen, sondern beispielsweise durch Absprache von Unternehmen zur Sicherung von Quali- tätsstandards untereinander vereinbart wurden.36 Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Regulierung der Rechnungslegung in der Europä- ischen Union. Es ist vorab eine Abgrenzung des Begriffs Rechnungslegung notwendig, der wie der Begriff des Rechnungswesens nicht einheitlich definiert ist und mit unter- schiedlichen Bedeutungen, teilweise aber auch synonym, in der Literatur verwendet wird.37 Im Folgenden wird unter Rechnungslegung stets die externe Finanzberichter- stattung mit dem Ziel der Informationsvermittlung verstanden.38 Die Informationen der Rechnungslegung dienen insbesondere dem Abbau von Informationsasymmetrien zwi- schen dem Management und den Adressaten der Rechnungslegung.39 Neben der In- formationsfunktion kann Rechnungslegung zum Zweck der Zahlungsbemessung erfol- 31 Picot, Theorien der Regulierung (2008), S. 9. 32 Zu weiteren Definitionen von Regulierung vgl. Kleindorfer/Pedell, Regulierung (2007), Sp. 1564; Viscusi/Harrington/Vernon, Regulation (2005), S. 357; von Weizsäcker, Regulierung...

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