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Das Kapital als Prozeß

Zur geschichtlichen Tendenz des Kapitalsystems

Emmerich Nyikos

Wohin driftet das aktuelle Gesellschaftssystem aufgrund seiner inneren Logik? Was ist seine geschichtliche Tendenz jenseits und unterhalb des phänomenalen Geschehens? Historische Extrapolationen setzen voraus, der theoretischen Rekonstruktion des Modus operandi des Systems – eine Rekonstruktion auf der Basis des Aufsteigens vom Abstrakten zum Konkreten – eine historische Dimension zu verleihen, d. h. dieses Funktionieren als einen Prozeß, also als ein Geschichtliches zu fassen: den Stufenaufbau zu dynamisieren in einem integralen Modell, das zugleich die Trajektorie des Systems vom Embryonalen bis hin zum Überreifen, also zur condition post-moderne reflektiert.

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V. Monopol oder: Die anonyme Gesellschaft 449

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449 V. Monopol oder: Die anonyme Gesellschaft 1. Weicht langfristig das Angebot eines Sektors von der Nachfrage ab oder, umge- kehrt, die Nachfrage vom Angebot, steigt das Angebot über die Nachfrage oder die Nachfrage über das Angebot, dann fallen oder steigen die Preise, so daß, wenn dies ge- schieht, das eine Mal die Produktion gedrosselt, das andere Mal aber ausgedehnt wird, mit der Folge, daß sich die Preise, unter sonst gleichbleibenden Umständen, wieder auf ihren früheren Stand hinbewegen, um, beim nächsten Ungleichgewicht, erneut von die- sem Niveau abzuweichen. Und so unendlich fort. Die Preise, die so durch das Wechselspiel von Angebot und Nachfrage determi- niert sind, sind aktuelle, phänomenale oder merkantile Preise, die, wenn Angebot und Nachfrage korrespondieren, sich, unter kapitalistischen Vorzeichen, mit den Produkti- onspreisen decken. Dieses Wechselspiel setzt freilich voraus, daß das Kapital 1. innerhalb eines Sek- tors keine Kontrolle über das Angebot hat und daß es 2. frei zwischen den Branchen hin und herwandern kann, daß mithin die Mobilität des Kapitals nicht beschränkt ist. Es ist also präsupponiert, daß die intra- wie auch die intersektorale Konkurrenz sich voll auswirken kann. 2. Steigt in einer beliebigen Sphäre die Produktivkraft der Arbeit generell an, so fällt der Wert der betreffenden Ware und so auch ihr Preis, wenn sich die Nachfrage nach dieser Ware nicht ändert. Denn da die Kapitalentitäten in dem betreffenden Sektor, um ihre Waren, bei gestiegenem Angebot, in vollem Umfang verkaufen zu können, sie billi- ger...

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