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Unterrichtsstörungen aus der Sicht von Lehrenden und Lernenden

Ursachenzuschreibungen, emotionales Erleben und Konzepte zur Vermeidung

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Carmen Große Siestrup

Unterrichtsstörungen können den Unterrichtsfortgang und somit den Lernfortschritt erheblich beeinträchtigen. In dieser Studie werden die subjektiven Sichtweisen von Lehrenden und Lernenden erfasst und miteinander verglichen. Zentralen Themen sind die subjektiven Ursachenzuschreibungen bezüglich der Genese von Unterrichtsstörungen und subjektive Konzepte zur Vermeidung von Unterrichtsstörungen. Ferner wird untersucht, ob Zusammenhänge zwischen den Ursachenzuschreibungen, dem emotionalen Erleben und den Handlungen bestehen.

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2. Theoretische Grundlagen zum Lehren und Lernen an der Schule 4

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42 Theoretische Grundlagen zum Lehren und Lernen an der Schule 2.1 Lehr-Lernforschung, subjektive Theorien, Kognition und Emotion In dieser Forschungsarbeit werden Unterrichtsstörungen untersucht. Dieses Thema ist dem Bereich der Lehr-Lernforschung zuzuordnen, deshalb wird ein- leitend kurz auf die Forschungsparadigmen der Lehr-Lernforschung einge- gangen. Danach werden subjektive Theorien, kognitive Aspekte, wie z. B. Ursachenzuschreibungen, Emotionen und die Selbstwirksamkeit thematisiert. In einem weiteren Teil werden Unterrichtsstörungen, insbesondere die Konzepte zur Vermeidung von Unterrichtsstörungen, behandelt. 2.1.1 Paradigmen der Lehr-Lernforschung In der empirischen Unterrichtsforschung lassen sich drei grundlegende Forschungsansätze unterscheiden – das Persönlichkeitsparadigma, das Prozess- Produkt-Paradigma und das Expertenparadigma. Diese Forschungsansätze werden im Folgenden dargestellt. Persönlichkeitsparadigma In den fünfziger und sechziger Jahren wurde nach Merkmalen positiver und effektiver Lehrerpersönlichkeiten geforscht. Dies erfolgte teilweise ohne Unter- richtsbeobachtung und ohne psychometrische Tests. Die Forschungsergebnisse hatten Schwächen. Entweder gab es sehr komplexe oder aber triviale Ergeb- nisse, wie z. B. grausame Lehrer sind nicht günstig (Bromme, 1997, S. 183). Ursprünglich ging es in dieser Forschungsrichtung darum, Wesens- oder Charaktermerkmale einer sehr guten Lehrkraft herauszufinden (Bromme, 1997, S. 183). Es wurde in Anlehnung an das Persönlichkeitsparadigma der differenzi- ellen Psychologie nach Persönlichkeitsmerkmalen gesucht, die einen guten Lehrerfolg prognostizieren lassen (Rustemeyer, 2004, S. 93). Dazu wurden Temperamentsfaktoren der Lehrperson wie emotionale Stabilität, psychische Belastbarkeit, Freundlichkeit, Objektivität oder auch die verschiedenen Führungsstile untersucht (Rustemeyer, 2004, S. 93). Flanders (1970) sowie Tausch und Tausch (1970) führten solche Untersuchungen durch. Der Versuch, Eigenschaften von Lehrkr...

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