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Takahata Isao

Maria M. Grajdian

Takahata Isao, einer der berühmtesten und einflussreichsten Anime-Regisseure, zu dessen Anime-Werken solche Blockbuster wie Heidi – ein Mädchen aus den Alpen und Das Grab der Glühwürmchen zählen, ist Thema dieser weltweit erstmaligen Biografie. Takahata Isao ist der Mitbegründer des Ghibli-Unternehmens und der ältere Kollege sowie Haupt-Promoter des Regisseurs Miyazaki Hayao. Durch das Produzieren von Anime-Filmen wie Prinzessin Mononoke oder Chihiros Reise ins Zauberland (Oscar für den Besten Animationsfilm 2003) ist das Studio Ghibli in den letzten Jahrzehnten zum Inbegriff des japanischen Anime geworden und Miyazaki Hayao, der als Regisseur der meisten erfolgreichen Produktionen des Studio Ghibli auftritt, wurde als der berühmteste Anime-Regisseur aller Zeiten gefeiert. Wenige wissen allerdings, dass Takahata Isao hinter der charismatischen Gestalt Miyazakis steht. Dies liegt hauptsächlich daran, dass bislang keine umfangreichen Veröffentlichungen über Takahata Isao – als Mensch und als Anime-Autor – sowie über sein Werk vorliegen. Die Biografie, entstanden in Folge langjähriger Feldforschung und Literaturrecherche in Japan sowie zahlreicher Gespräche mit Takahata Isao, schließt diese Lücke. Sie ermöglicht die Vorstellung von Takahata Isao auch einem breiteren Publikum mittels einer wissenschaftlichen, jedoch gleichsam zugänglichen Analyse seiner Hauptwerke.

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Das universelle Mädchen 53

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Das universelle Mädchen Die gemeinsame Eigenschaft solcher Anime-Fernsehserien wie Heidi, das Mädchen aus den Alpen ޡࠕ࡞ࡊࠬߩዋᅚࡂࠗࠫޢ Arupusu no shôjo Haiji (1974), 3.000 Meilen auf der Suche nach Mutter ޡᲣࠍߚߕߨߡਃජ㉿ޢ Haha wo tazunete sanzenri (1976), Die rothaarige Anne ޡ⿒Ძߩࠕࡦޢ Akage no An (1979), wie dies auch in den folgenden zwei Kapiteln dargestellt werden wird, konstituiert die Betonung des Schicksals von Waisenkindern in einer Welt der dämmernden Turbo-Industrialisierung. Obwohl sie auf westlichen literarischen Inspirationsquellen basieren, erstaunt ihre überzeugende und kohärente Japanisierung – nicht als Kritik eines als unverständlich dargestellten Westen, sondern als Vorschau sozialer, aufkommender Probleme in Japan. Heidis Sehnsucht und Bestrebung, in die heile, saubere Bergwelt ihres Großvaters zurückzukehren, Marcos Suche nach seiner auf Grund von Arbeitsbedingungen in der weiten Welt verschollenen Mutter, Annes auf- dringliche Bemühung um eine Ersatzfamilie in Gestalt von Matthew und Marilla, berühren solche empfindlichen Themen wie die Auflösung traditioneller Gemeinschaften in anonymisierende Gesellschaften, die Verfremdung der Erwachsenen gegenüber den Kindern, die zynische Unvereinbarkeit zwischen Reichen und Armen, die Marginalisierung abweichender Lebensformen (Waisen- kinder, wandernde Schau-, Zirkus-, Puppenspieler oder Migranten) sowie die soziale Gleichgültigkeit gegenüber ausgefallenen Elementen (Takahata 1991:46-127). Als einfaches, realistisches Drama für Kinder schien Heidi, das Mädchen aus den Alpen (auch als Heidi, deine Welt sind die Berge bekannt) ursprünglich schwierig vermarktbar zu sein, wurde aber bald jedoch zum einschlägigen Welterfolg und ermöglichte in Japan die Einführung eines langfristigen Projekts von Nippon Animation: Das Weltmeisterwerke-Theater ਎⇇ฬ૞഍ ႐ Sekai meisaku gekij...

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