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Takahata Isao

Maria M. Grajdian

Takahata Isao, einer der berühmtesten und einflussreichsten Anime-Regisseure, zu dessen Anime-Werken solche Blockbuster wie Heidi – ein Mädchen aus den Alpen und Das Grab der Glühwürmchen zählen, ist Thema dieser weltweit erstmaligen Biografie. Takahata Isao ist der Mitbegründer des Ghibli-Unternehmens und der ältere Kollege sowie Haupt-Promoter des Regisseurs Miyazaki Hayao. Durch das Produzieren von Anime-Filmen wie Prinzessin Mononoke oder Chihiros Reise ins Zauberland (Oscar für den Besten Animationsfilm 2003) ist das Studio Ghibli in den letzten Jahrzehnten zum Inbegriff des japanischen Anime geworden und Miyazaki Hayao, der als Regisseur der meisten erfolgreichen Produktionen des Studio Ghibli auftritt, wurde als der berühmteste Anime-Regisseur aller Zeiten gefeiert. Wenige wissen allerdings, dass Takahata Isao hinter der charismatischen Gestalt Miyazakis steht. Dies liegt hauptsächlich daran, dass bislang keine umfangreichen Veröffentlichungen über Takahata Isao – als Mensch und als Anime-Autor – sowie über sein Werk vorliegen. Die Biografie, entstanden in Folge langjähriger Feldforschung und Literaturrecherche in Japan sowie zahlreicher Gespräche mit Takahata Isao, schließt diese Lücke. Sie ermöglicht die Vorstellung von Takahata Isao auch einem breiteren Publikum mittels einer wissenschaftlichen, jedoch gleichsam zugänglichen Analyse seiner Hauptwerke.

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Jenseits der Freundschaft 61

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Jenseits der Freundschaft Die Anime-Fernsehserie 3.000 Meilen auf der Suche nach Mutter ޡᲣࠍߚ ߕߨߡਃජ㉿ޢ Haha wo tazunete sanzenri wurde im Jahr 1976 in Japan veröffentlicht als Teil des Weltmeisterwerke-Theater-Projekts. Sie wurde ursprünglich Von den Appeninen zu den Anden benannt und basiert relativ lose auf einem Teil des populären Romans Cuore (Herz) vom italienischen Schriftsteller Edmondo de Amicis aus dem Jahr 1888. Diese Anime-Fernseh- serie enthält 52 Episoden epischer Atmung und reichen Narrationsmaterials. Nach dem riesigen Erfolg in Japan erlebte 3.000 Meilen auf der Suche nach Mutter einen überwältigenden Erfolg weltweit, insbesondere in Spanien, Brasilien und Israel. Sie löste tiefgehende kulturelle und soziale Strömungen aus, insbesondere in Ländern, die ihre Suche nach Anerkennung und Identität in diesem Medienwerk widergespiegelt sahen (vgl. Drazen 2003:28). Mittlerweile erinnern sich zwei Generationen von Zuschauern an die Abenteuer des kleinen Marco Rossi während seiner unerbittlichen Suche nach seiner Mutter: Postmoderne Akteure – Fernseh- und Medienkonsumenten – erkennen sich in diesem kleinen Italiener wieder, teilen mit ihm seine Freuden und seine Traurigkeiten, hoffen und verzweifeln mit ihm. Es ist so, als würde das Anime – in diesem Fall eher als Medium denn als Ideologie oder Ästhetik – das wirkliche Leben nicht unbedingt ersetzen, sondern es bereichern und kontrapunktieren. Die Handlung von 3.000 Meilen auf der Suche nach Mutter ist relativ einfach: Der italienische Junge Marco Rossi wohnt in der Stadt Genova, die von schweren Steuererhöhungen sowie wirtschaftlichen Krisen getroffen wurde. Sein Vater Pietro Rossi betreibt ein Krankenhaus, in dem er...

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