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Takahata Isao

Maria M. Grajdian

Takahata Isao, einer der berühmtesten und einflussreichsten Anime-Regisseure, zu dessen Anime-Werken solche Blockbuster wie Heidi – ein Mädchen aus den Alpen und Das Grab der Glühwürmchen zählen, ist Thema dieser weltweit erstmaligen Biografie. Takahata Isao ist der Mitbegründer des Ghibli-Unternehmens und der ältere Kollege sowie Haupt-Promoter des Regisseurs Miyazaki Hayao. Durch das Produzieren von Anime-Filmen wie Prinzessin Mononoke oder Chihiros Reise ins Zauberland (Oscar für den Besten Animationsfilm 2003) ist das Studio Ghibli in den letzten Jahrzehnten zum Inbegriff des japanischen Anime geworden und Miyazaki Hayao, der als Regisseur der meisten erfolgreichen Produktionen des Studio Ghibli auftritt, wurde als der berühmteste Anime-Regisseur aller Zeiten gefeiert. Wenige wissen allerdings, dass Takahata Isao hinter der charismatischen Gestalt Miyazakis steht. Dies liegt hauptsächlich daran, dass bislang keine umfangreichen Veröffentlichungen über Takahata Isao – als Mensch und als Anime-Autor – sowie über sein Werk vorliegen. Die Biografie, entstanden in Folge langjähriger Feldforschung und Literaturrecherche in Japan sowie zahlreicher Gespräche mit Takahata Isao, schließt diese Lücke. Sie ermöglicht die Vorstellung von Takahata Isao auch einem breiteren Publikum mittels einer wissenschaftlichen, jedoch gleichsam zugänglichen Analyse seiner Hauptwerke.

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Das Spiel mit Konformismus 85

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Das Spiel mit Konformismus Okajima Taeko ጟፉ࠲ࠛሶ, im Jahr 1982 eine 27-jährige, unverheiratete Office Lady, fährt für eine Woche in die Yamagata-Provinz, um das 'echte' Dorfleben zu erleben. Dabei erinnert sich die Hauptfigur des Anime-Films Erinnerungen wie Regentropfen ޡ߅߽߭ߢ߸ࠈ߸ࠈޢ Omo[h]ide poroporo (1991, auch als Only Yesterday und Tränen der Erinnerung bekannt) an das eigene Ich der fünften Klasse als Grundschülerin im Jahr 1966 mit den vielen enttäuschten Erwartungen und falschen Vorstellungen. Der Satz "㔎ߩ ᣣߣᦅࠅߩᣣߣ᥍ࠇߣޔߤࠇ߇৻⇟ᅢ߈?"23 wandelt sich zum Zentrum der Handlung als Symbol der ersten Liebe und einer der wenigen glücklichen Erinnerungen aus ihrer Kindheit. Taeko schwankt zwischen dem damaligen und dem jetzigen Ich, als sei sie verfangen in einem unabgeschlossenen iden- tifikatorischen Prozess. Das Ende ist eine Lehre an sich: Die Einmündung der Vergangenheit in die Gegenwart zwingen Erinnerungen dazu, ihre Träger loszulassen, wenn diese sie nicht loslassen können. Jenseits Geschlechter- sensibler Analyse, politischer Korrektheit oder emanzipatorischer Diskurse ent- deckt Taeko in sich selbst durch die ehrliche, aufrichtige Einstellung ein- facher Menschen die ersehnte Lösung. Die Handlung springt hin und her zwischen 1966 und 1982; beim Besuch des Bauernhofes in der Provinz erinnert sich Taeko an verschiedene Ereignisse aus ihrer Kindheit: Erfolge, Zögerungen, Verlegenheiten, Hoffnungen, Träume und vor allem Menschen. Beim Versuch, sich zu entscheiden, ob sie zu ihrem gewohnten Leben als Office Lady in Tôkyô zurückkehren oder ob sie einen bodenständigen, jungen Bauern mit viel gesundem Menschenverstand heiraten und im Dorf leben...

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