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Takahata Isao

Maria M. Grajdian

Takahata Isao, einer der berühmtesten und einflussreichsten Anime-Regisseure, zu dessen Anime-Werken solche Blockbuster wie Heidi – ein Mädchen aus den Alpen und Das Grab der Glühwürmchen zählen, ist Thema dieser weltweit erstmaligen Biografie. Takahata Isao ist der Mitbegründer des Ghibli-Unternehmens und der ältere Kollege sowie Haupt-Promoter des Regisseurs Miyazaki Hayao. Durch das Produzieren von Anime-Filmen wie Prinzessin Mononoke oder Chihiros Reise ins Zauberland (Oscar für den Besten Animationsfilm 2003) ist das Studio Ghibli in den letzten Jahrzehnten zum Inbegriff des japanischen Anime geworden und Miyazaki Hayao, der als Regisseur der meisten erfolgreichen Produktionen des Studio Ghibli auftritt, wurde als der berühmteste Anime-Regisseur aller Zeiten gefeiert. Wenige wissen allerdings, dass Takahata Isao hinter der charismatischen Gestalt Miyazakis steht. Dies liegt hauptsächlich daran, dass bislang keine umfangreichen Veröffentlichungen über Takahata Isao – als Mensch und als Anime-Autor – sowie über sein Werk vorliegen. Die Biografie, entstanden in Folge langjähriger Feldforschung und Literaturrecherche in Japan sowie zahlreicher Gespräche mit Takahata Isao, schließt diese Lücke. Sie ermöglicht die Vorstellung von Takahata Isao auch einem breiteren Publikum mittels einer wissenschaftlichen, jedoch gleichsam zugänglichen Analyse seiner Hauptwerke.

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Schlussfolgerungen: Realismus und Realität 121

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Schlussfolgerungen: Realismus und Realität Am Ende dieser Abhandlung angekommen, stelle ich mir die Frage, welches Ziel ich durch diese Zeilen zu erreichen versucht habe: das Werk Takahata Isaos einfach zu beschreiben, es einer tiefgehenden Analyse zu unterziehen oder es als stilistische Herausforderung in der späten Moderne aufzufassen? Beim Rückblick fällt mir auf, dass man die Persönlichkeit Takahata Isaos oder sein Werk nicht auf eine einzige Darstellungsebene reduzieren kann. Überwältigt von den vielschichtigen Seiten dieses einzigartigen Anime-Autors war ich gezwungen, auf althergebrachte Präsentationsmuster zu verzichten und Beschreibung mit Analyse kreativ zu kombinieren. Meine Begegnung mit Takahata Isao sowie mit seinen Werken war die Chance zu entdecken, dass trotz üblicher Meinungen, menschliche Wärme und lebensfreudiger Humanismus seien heutzutage verschwunden, diese inmitten von sich auflösenden Imperien und sich fragmentierenden Identitäten weiter- leben. Es bedarf nur des Mutes, hinter die Oberfläche alltäglicher Menschen und Erlebnisse zu blicken. Gustave Flaubert meinte einmal, man solle seine Götter nicht berühren, denn es könnte einem der Glanz an den Fingern bleiben. Was wäre aber, wenn man sich doch traut, die Götter zu berühren? Bei manchen – es stimmt schon, bei den wenigsten – wird einem nicht der Glanz auf den Fingern bleiben, sondern wie in Aladdins Grotte wird man den Schatz des anscheinend verloren gegangenen Menschlichen sowie den unzerstörbaren Willen entdecken, an die eigenen Ideale zu glauben und diese bis zur letzten Erfüllung zu verfolgen. Denn, wie der Magier von...

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