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Über Stil in der französischen Sprache und in Texten

Sprachwissenschaftliche Bilanz mit integrativem Ausblick

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Volker Fuchs

In diesem Überblick werden grundlegende, aber dennoch über die Zeiten sehr unterschiedliche explizit oder implizit sprachwissenschaftliche Herangehensweisen an die Kategorie «Stil» nachvollziehbar. Insofern kann der Band auch als Einführung in die Stilproblematik gelesen werden. In 22 Thesen werden zudem elementare Bedingungen für das Dasein von Stil und für eine definitorische Annäherung formuliert. Bei aller theoretischen Argumentation zwecks Bilanzierung geht es zeitweise auch ganz praktisch zu: Die zur Stilbeobachtung anstehende Sprache ist das Französische. In verschiedenen Kapiteln werden dabei potentielle Stilmittel beschrieben und Probleme bei Stilanalysen dargestellt. An etwa 20 Texten bzw. Textfragmenten (darunter auch Sachtexten) und zahlreichen Einzelbeispielen werden mittels Stilanalysen sowohl Grundannahmen und Analysemethoden als auch die entdeckten Stilmittel selbst veranschaulicht.

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Einleitung 7

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7 Einleitung „Qu’est-ce que le style?“ und „Stil ist überall — aber wie bekomme ich ihn zu fassen?“ — zwei Konferenz- und danach auch Buchtitel zwischen 1991 und 20061, die zwei der am häufigsten gestellten Fragen zum Stilbegriff stellen. Sie drücken aus, dass eine einhellige und für alle Forschungsinteressen befriedigende Bestimmung des Phänomens Stil in der Sprache noch immer ein Desiderat ist. Beide Fragen werden immer wieder zu Recht zu stellen sein, auch weil sie schon auf die unterschiedlichste Weise beantwortet worden sind. In einem Satz auf diese Fragen zu antworten ist schier unmöglich, und wenn eine berühmte Formulierung wie BUFFONs « Le style est l’homme même. » aus seiner Akademierede über den Stil von 1753 in Erinnerung bleibt, so ist sie nicht frei von Missverständnissen und Ausdeutungen. Sie wird z. B. gern dahingehend interpretiert, BUFFON halte für das Wesen des Stils den Individualstil eines jeden Autoren, der auf ganz eigene Weise seinen Gedanken, Kenntnissen und Absichten Ausdruck verleihe und sich daher im Text selbst bzw. in seinem Stil verwirkliche.2 Die kurze Definition in einem linguistischen Wörterbuch stellt einfach nur unterschiedliche Aspekte in eine Reihe: Die Art und Weise des Schreibens, die Art des mündlichen und schriftlichen Ausdrucks, eine distinkte Sprachvariante, ein sprachliches Subsystem mit eigentümlicher Lexik und Phraseologie; das Gesamt von mehr oder weniger auffälligen Eigenheiten des sprachlichen Ausdrucks.3 Die Natur, das Wesen des Stils ist keineswegs klar und eindeutig zu umreißen, und erst recht nicht, wo genau er...

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