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Über Stil in der französischen Sprache und in Texten

Sprachwissenschaftliche Bilanz mit integrativem Ausblick

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Volker Fuchs

In diesem Überblick werden grundlegende, aber dennoch über die Zeiten sehr unterschiedliche explizit oder implizit sprachwissenschaftliche Herangehensweisen an die Kategorie «Stil» nachvollziehbar. Insofern kann der Band auch als Einführung in die Stilproblematik gelesen werden. In 22 Thesen werden zudem elementare Bedingungen für das Dasein von Stil und für eine definitorische Annäherung formuliert. Bei aller theoretischen Argumentation zwecks Bilanzierung geht es zeitweise auch ganz praktisch zu: Die zur Stilbeobachtung anstehende Sprache ist das Französische. In verschiedenen Kapiteln werden dabei potentielle Stilmittel beschrieben und Probleme bei Stilanalysen dargestellt. An etwa 20 Texten bzw. Textfragmenten (darunter auch Sachtexten) und zahlreichen Einzelbeispielen werden mittels Stilanalysen sowohl Grundannahmen und Analysemethoden als auch die entdeckten Stilmittel selbst veranschaulicht.

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1 Die doppelte Herausforderung: Wege zu einem polyvalenten Stilverständnis 10

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10 1. Die doppelte Herausforderung: Auf dem Weg zu einem polyvalenten Stilverständnis 1.1 Stil als vorwissenschaftliches, „alltägliches“ Phänomen Bei der Lektüre eines Textes, ob Zeitungsartikel, wissenschaftlicher Aufsatz, Anmeldeformular, amtliches Dokument, Gebrauchsanweisung, Brief, Internet- seite oder Roman, stets wird dem Leser der Inhalt des Geschriebenen vermittels einer bestimmten Gestaltungsweise bewusst, die vom Verfasser mit mehr oder weniger konzeptioneller Bewusstheit hervorgebracht und ausgestaltet wurde. Es ist vor allem die sprachliche Form, oft außerdem noch an äußerliche Gestaltungsvorgaben angelehnt, mittels derer der Autor zum Leser spricht, ihm etwas mitteilt, sich „ausdrückt“.6 Zwar scheinen uns das Inhaltliche und der Zweck in der Regel wichtiger, über die Art, wie Inhalt und Absicht „verfasst“ oder „verpackt“ sind, machen wir uns in der alltäglichen Kommunikation meist kaum Gedanken. Doch wenn wir dann an einem Text doch etwas bewundern oder bemängeln, so ist diese Bewunderung oder Kritik oft nicht nur auf das rein Inhaltliche (wozu wir hier auch die Absicht des Verfassers rechnen wollen) bezogen, sondern auch auf die Art und Weise, wie dieses Inhaltliche gefasst, gestaltet, an uns übermittelt worden ist. Immer wird das Mitgeteilte (auch die Absicht ist oft explizit oder mindestens implizit mitgeteilt), das Beschriebene, Erzählte oder Analysierte, das vom Dichter Empfundene oder vom Chronisten als bewahrenswert oder diskutabel Dargestellte durch die sprachliche Form getragen und an den Leser übermittelt. Diese Zweiseitigkeit alles Sprachlichen (häufig in der Dichotomie von Inhalt und Form, inhaltlicher Bedeutung/Sinn- Ebene und formal-sprachlicher Ausdrucksebene, bis hinunter zur ideellen und...

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