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Über Stil in der französischen Sprache und in Texten

Sprachwissenschaftliche Bilanz mit integrativem Ausblick

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Volker Fuchs

In diesem Überblick werden grundlegende, aber dennoch über die Zeiten sehr unterschiedliche explizit oder implizit sprachwissenschaftliche Herangehensweisen an die Kategorie «Stil» nachvollziehbar. Insofern kann der Band auch als Einführung in die Stilproblematik gelesen werden. In 22 Thesen werden zudem elementare Bedingungen für das Dasein von Stil und für eine definitorische Annäherung formuliert. Bei aller theoretischen Argumentation zwecks Bilanzierung geht es zeitweise auch ganz praktisch zu: Die zur Stilbeobachtung anstehende Sprache ist das Französische. In verschiedenen Kapiteln werden dabei potentielle Stilmittel beschrieben und Probleme bei Stilanalysen dargestellt. An etwa 20 Texten bzw. Textfragmenten (darunter auch Sachtexten) und zahlreichen Einzelbeispielen werden mittels Stilanalysen sowohl Grundannahmen und Analysemethoden als auch die entdeckten Stilmittel selbst veranschaulicht.

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2 Die Stilistik – Kein Ort. Nirgends? 35

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35 einer spezifischen sprachlichen Leistung des Verfassers, in der auch seine inneren Bedingungen sichtbar werden. Stilmarkierend könnte sein, ob, wie und wodurch er im Einzelnen diesem allen entspricht. 2. Die Stilistik – Kein Ort. Nirgends? Stilbeschreibung ist oft nur ein Stiefkind sprachwissenschaftlicher Forschungen: Erscheinungen, die den Namen „Stilistikum“ (d. h. stilistische Einzelerschei- nung oder fait de style)45 verdienen, werden auch von anderen wissenschaft- lichen Disziplinen entschlüsselt und beschrieben. Wo Sprachgestalterisches in Beziehung gesetzt wird zur Produktions- und zur Verstehens- bzw. Interpreta- tionsleistung der an einem sprachlichen Produkt als Autor bzw. Adressat beteiligten Partner oder zu den Versprachlichungskonventionen bzw. den Diskurstraditionen, geschieht dies; meist, um auf eine spezifische Bedingung des Gebrauchs der besprochenen Erscheinung hinzuweisen. Lexika und Grammatiken verweisen bei der Beschreibung der Bedeutungen bzw. Funktionen ihrer Entitäten gern auf Gebrauchseinschränkungen: Seltenheit (selten, rar, gelegentlich auch …, häufig); Nähe- vs. Distanzsprache (français parlé, Schriftsprache, F.E.); Register (fam(ilier), umgangssprachl., vulg., Standard, poet.); Verwendungsbereiche (techn., med.(izin.), adm., polit.); diatopische Zugehörigkeit (dialektal, reg. oder geauer fr. can(adien), wallon, pik(ardisch), midi) oder von der Sprachveränderung in der Zeit her bestimmte Verwendung (arch.(aisch), veraltet, 17. Jhdt., Neolog(ismus). Dass sich für den einzelnen fait de style auch andere Disziplinen interessieren, hängt auch damit zusammen, dass darunter gern eine besonders auffällige sprachliche Gestaltungsform eines Gedankens oder einer Mitteilung verstanden wird.46 Damit klingen sowohl formal-gestalterische, die Sprachform und ihre Einbettung betreffende, als auch semantische und pragmatische Aspekte der Sprache, also den Zeicheninhalt...

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