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Über Stil in der französischen Sprache und in Texten

Sprachwissenschaftliche Bilanz mit integrativem Ausblick

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Volker Fuchs

In diesem Überblick werden grundlegende, aber dennoch über die Zeiten sehr unterschiedliche explizit oder implizit sprachwissenschaftliche Herangehensweisen an die Kategorie «Stil» nachvollziehbar. Insofern kann der Band auch als Einführung in die Stilproblematik gelesen werden. In 22 Thesen werden zudem elementare Bedingungen für das Dasein von Stil und für eine definitorische Annäherung formuliert. Bei aller theoretischen Argumentation zwecks Bilanzierung geht es zeitweise auch ganz praktisch zu: Die zur Stilbeobachtung anstehende Sprache ist das Französische. In verschiedenen Kapiteln werden dabei potentielle Stilmittel beschrieben und Probleme bei Stilanalysen dargestellt. An etwa 20 Texten bzw. Textfragmenten (darunter auch Sachtexten) und zahlreichen Einzelbeispielen werden mittels Stilanalysen sowohl Grundannahmen und Analysemethoden als auch die entdeckten Stilmittel selbst veranschaulicht.

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4 Das Sprachrepertoire: Die Sichtung der Möglichkeiten des Französischen 116

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116 argumentiert nun mit zahlreichen historischen und gegenwartsbezogenen Fakten, die seine optimistische Haltung begründet erscheinen lassen. Im letzten Teil (H) appelliert er an eine veränderte Haltung der Venedig-Besucher und findet dabei zum sarkastischen Grundton des Anfangs zurück. Die nahezu ausschließliche Verwendung des présent unterstreicht nicht etwa die Aktualität des Themas (sie ist ohnehin durch das Medium gegeben), sondern kennzeichnet und unterstreicht die argumentative Vorgehensweise (Argumente und Schlüsse haben den Anspruch einer generellen, zeitunabhän- gigen Gültigkeit, auch die Fakten, auf die sie rekurrieren, werden oft aus der Zeit herausgelöst). Der Autor bewegt sich zudem, mit Blick auf eine grundlegende Modalisierung, in einem alethischen Bereich mit stark wertenden Zügen, einer non-distance zur dargestellten Welt, in der der Autor relativ stark transparent ist.138 An diesem Beispiel wird ersichtlich, dass bei allen Konventionen, zu denen übrigens auch das vorausgesetzte Wissen des Adressaten gezählt werden kann, ein relativ hoher Anteil eigener Gestaltung, individuell geformter Sprache möglich ist. Damit lässt sich nochmals bekräftigen, dass die Textlinguistik zwar einen beträchtlichen Beitrag zur Erhellung stilistischer Fragen liefert, aber die Stilistik nicht ersetzen kann. Eine Reduzierung des Stilkonzepts auf die individuell gefundene Sprachform andererseits greift ebenfalls zu kurz. Mit dem folgenden Kapitel wenden wir uns den sprachlichen Möglichkeiten zu, die wir als Materialbasis ansehen. Das Sprachrepertoire: die Sichtung der Möglichkeiten des Französischen Von den drei Gebieten, die wir in der Stilistik als grundlegende Teilgebiete unterschieden haben, Stiltheorie, Stilistik des Sprach...

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