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Kognitive Repräsentationen in der Grundschule

Befunde zur Interaktionsregulation im Unterrichtsalltag

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Barbara Thies

Schule ist eine zentrale Sozialisationsinstanz. «Lernen lernen» und Soziales Lernen sind relevante Ziele, die über die Lehrer-Schüler-Beziehung transportiert werden. Auf der Basis eines wahrnehmungspsychologisch fundierten Rahmenmodells stehen erste Schulerfahrungen und deren kognitive Verarbeitung sowie die ersten Ansätze kindlicher Interaktionsgestaltung im Grundschulbereich im Vordergrund und werden quer- und längsschnittlich untersucht. U. a. folgende Fragen werden analysiert: Wie bilden sich Schule und die Beziehung zur Lehrkraft kognitiv ab? Wie reflektieren Kinder ihre Rolle als Schulkind, wie erleben sie sich im Lebensbereich Schule? Welche Konsequenzen ergeben sich für die Schullust und die Selbsteinschätzung schulischer Leistungsfähigkeit als zentrale Elemente?

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Einleitung 9

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Einleitung Die pädagogische Beziehung ist seit Jahrhunderten ein viel bearbeitetes For- schungsfeld, gewonnene Erkenntnisse und paradigmatische Zugänge sind viel- fältig. In der aktuellen Schul- und Unterrichtsforschung steht die Lehrer- Schü- ler-Beziehung als Komponente der Qualität von Schule im Fokus. Weniger Be- achtung findet hierbei die Struktur der Lehrer-Schüler-Beziehung als solche, insbesondere Prozesse der wechselseitigen Interaktionsregulation im schulischen Alltag sind wenig beachtet, Lernprozesse und -ergebnisse stehen im Vorder- grund. Insgesamt wird in der (empirischen) Schul- und Unterrichtsforschung nach wie der Grundschulbereich vergleichsweise wenig beforscht, wenngleich wegweisende Studien wie die Scholastik-Studie vorliegen (für einen Überblick grundschulbezogener Forschungsschwerpunkte s. Heinzel, 2002). In jüngerer Zeit, sicherlich auch als Nachwirkung internationaler Schulleistungsstudien, rücken wieder verstärkt Aspekte der Chancengleichheit in den Vordergrund wis- senschaftlichen Erkenntnisinteresses, d. h. gelingt es über das Bildungssystem, insbesondere aber über die Lehrer-Schüler-Beziehung alle Schüler/innen1 entsprechend ihrer (kognitiven) Fähigkeiten zu fördern. Vorliegende Arbeiten fokussieren oftmals auf ausgewählte personale Variablen als diesbezügliche Prädiktoren; Aufbau, Erhalt und Wirkweise interaktionsrelevanter kognitiver Schemata sind eher nachrangig, obwohl vielversprechende Ansätze in der sozi- alpsychologischen Wahrnehmungsforschung vorliegen. In der hier vorliegenden Arbeit wird der Versuch unternommen, die wechsel- seitige Interaktionsregulation in alltäglichen schulischen Situationen beschreib- bar zu machen, im Zentrum steht die kognitive Repräsentation der Lehrer- Schüler-Beziehung. Es wird postuliert, dass auf Seiten der Lehrkräfte neben subjektiven Theorien unterrichtlichen Handelns interaktionrelevante Schemata für die zu unterrichtende Schulklasse und für einzelne Schüler/innen vorliegen, die...

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