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Kognitive Repräsentationen in der Grundschule

Befunde zur Interaktionsregulation im Unterrichtsalltag

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Barbara Thies

Schule ist eine zentrale Sozialisationsinstanz. «Lernen lernen» und Soziales Lernen sind relevante Ziele, die über die Lehrer-Schüler-Beziehung transportiert werden. Auf der Basis eines wahrnehmungspsychologisch fundierten Rahmenmodells stehen erste Schulerfahrungen und deren kognitive Verarbeitung sowie die ersten Ansätze kindlicher Interaktionsgestaltung im Grundschulbereich im Vordergrund und werden quer- und längsschnittlich untersucht. U. a. folgende Fragen werden analysiert: Wie bilden sich Schule und die Beziehung zur Lehrkraft kognitiv ab? Wie reflektieren Kinder ihre Rolle als Schulkind, wie erleben sie sich im Lebensbereich Schule? Welche Konsequenzen ergeben sich für die Schullust und die Selbsteinschätzung schulischer Leistungsfähigkeit als zentrale Elemente?

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Teil I: Theoretischer Teil 11

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I. Theoretischer Teil Im Zentrum der vorgelegten Untersuchungsreihe steht die wechselseitige Inter- aktionsregulation zwischen Lehrer/innen und Schüler/innen. Diese ist aber nicht losgelöst vom schulischen Gesamtkontext zu betrachten, von daher werden zu- nächst zentrale Aspekte des Lebensraums Schule beschrieben. Schüler/innen betreten die Institution Schule vor dem Hintergrund individueller Interaktions- erfahrungen mit Bezugspersonen, ggf. auch mit der Schule vorgelagerten Insti- tutionen und deren Repräsentant/innen. Die Relevanz früher Erwachsenen-Kind- Beziehungen wird primär aus der Perspektive der aktuellen Attachmentfor- schung dargestellt, es folgen Befunde zu Peer-Interaktionen. Last but not least wird die Interaktionsdichte in der Schulklasse einer Analyse unterzogen, da die Anzahl der Schüler/innen nicht nur für die Peer- sondern auch für die Leh- rer-Schüler-Interaktion entscheidend sein kann. 1. Der Lebensraum „Schule“ Schule ist zweifellos ein relevanter Lebensraum für Kinder und Jugendliche und trägt auf vielfältige Weise zu deren Leistungs- und Persönlichkeitsentwicklung bei. Neben distalen Faktoren mit eher indirekten Wirkungen (z. B. Struktur des Bildungssystems, gesellschaftlicher Stellenwert von Bildung) sind es vor allem die proximalen Faktoren der schulischen Umwelt, die sich über die Interaktion mit Eltern, Lehrkräften und Mitschülern auf die Schülerschaft auswirken, aller- dings sind es insbesondere die Lehrkräfte, die im Sinne des distalen Wirkungs- gefüges wesentlichen gestaltenden Einfluss haben (s. a. Helmke & Weinert, 1997; Helmke, 2004; Hofmann & Siebertz-Reckzeh, 2008), diese stehen von daher im Vordergrund der nachfolgenden Darstellungen. 1.1 Schule als zentrale Sozialisationsinstanz Die Relevanz von Schule als zentrale Sozialisationsinstanz (u. a....

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