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Walther in A

Studien zum Corpusprofil und zum Autorbild Walthers von der Vogelweide in der Kleinen Heidelberger Liederhandschrift

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Carolin Schuchert

Welches Bild vom Autor Walther von der Vogelweide hatte sein mittelalterliches Publikum? Dieser Frage geht die Untersuchung ausgehend von den in der Kleinen Heidelberger Liederhandschrift (A) überlieferten Liedern und Spruchtönen nach und arbeitet das Profil des Walther-Corpus in der Handschrift heraus. Ein Vergleich mit den alemannischen Liederhandschriften B, C und E zeigt den Zusammenhang von Handschriften- und Corpusprofil auf, wobei die Frage nach dem Einfluss unterschiedlicher Fassungen auf das evozierte Autorbild im Mittelpunkt steht. Abschließend werden die unterschiedlichen Autorbilder Walthers vergleichend nebeneinander gestellt.

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I. Das Autorkonzept der Autorkonkretisation – theoretische Vorüberlegungen 19

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Das Autorkonzept der Autorkonkretisation – theoretische I. Vorüberlegungen Die Frage nach dem Zusammenhang von Autorschaft und Überlieferung1 zielt nicht nur auf das Problem der Zuordnung überlieferter Texte zu bestimmten Au- toren ab. Die Kategorien ›Autorschaft‹ und ›Überlieferung‹ können für mittelal- terliche variante Texte grundsätzlich nicht mehr greifen, da die Voraussetzung für die Rede über und vom Autor der originäre Autortext zu sein scheint.2 Von einer Form der Textkritik, die diesen Autortext oder einen ihm vermeintlich naheste- henden Archetyp in den Mittelpunkt rückt, wird heute abgesehen. Dennoch stellt sich die Minnesangforschung nach wie vor weitgehend autororientiert da, und die Frage nach der logischen Relation von Autorschaft und Überlieferung bleibt unge- klärt. Wir benötigen daher ein Autorkonzept, welches dem Umgang mit varianten Texten angemessen ist und für das diese Form der Überlieferung kein Problem darstellt. Im Folgenden soll das rezeptionstheoretische Autorkonzept der Autor- konkretisation von Hausmann vorgestellt werden, auf welches sich meine Analyse des Waltherbildes des A-Corpus aus der Kleinen Heidelberger Liederhandschrift stützen soll. Das rezeptionstheoretische Konzept der Autorkonkretisation nach 1. Hausmann Ein produktionsästhetischer Autorbegriff, von dem aus der Text nur als ein seinem Produzenten nachgeordnetes Produkt erscheint, kann für die variantenreichen Texte des Mittelalters, in denen Reproduktion und Rezeption miteinander ver- schmelzen, nicht greifen.3 Auf einem solchen Autorbegriff beruht aber die Echt- heitsdebatte ebenso wie die textkritische Suche nach dem Autortext.4 Aus dieser 1 Die Problematik von Autorschaft und Überlieferung stellt Wachinger (1991) ausführlich dar. Mit einem Schwerpunkt...

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