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Walther in A

Studien zum Corpusprofil und zum Autorbild Walthers von der Vogelweide in der Kleinen Heidelberger Liederhandschrift

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Carolin Schuchert

Welches Bild vom Autor Walther von der Vogelweide hatte sein mittelalterliches Publikum? Dieser Frage geht die Untersuchung ausgehend von den in der Kleinen Heidelberger Liederhandschrift (A) überlieferten Liedern und Spruchtönen nach und arbeitet das Profil des Walther-Corpus in der Handschrift heraus. Ein Vergleich mit den alemannischen Liederhandschriften B, C und E zeigt den Zusammenhang von Handschriften- und Corpusprofil auf, wobei die Frage nach dem Einfluss unterschiedlicher Fassungen auf das evozierte Autorbild im Mittelpunkt steht. Abschließend werden die unterschiedlichen Autorbilder Walthers vergleichend nebeneinander gestellt.

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VII. Fazit 311

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FazitVII. Die vorliegende Untersuchung zeigt, dass die Kleine Heidelberger Liederhand- schrift nicht nur als Vorläufer von C betrachtet werden sollte, sondern dass es sich um eine eigenständige, fachkundig angelegte Sammlung handelt, die ein unabhän- giges, von den anderen großen alemannischen Sammelhandschriften (B, C und E) abweichendes Corpusprofil und Autorbild Walthers tradiert. Bereits die Beschreibung der Handschrift A deckt erste Unterschiede zur Großen Heidelberger Liederhandschrift (C) auf. So greift A nur einen Ausschnitt aus dem gesamten Spektrum der im 12. und 13. Jahrhundert entwickelten lyrischen For- men heraus und beschränkt sich auf 34 Autoren, während C versucht, die gesamte deutschsprachige Lieddichtung von den Anfängen bis zu den zeitgenössischen Au- toren des frühen 14. Jahrhunderts aufzunehmen. Beide Handschriften sind nach dem Autor- und Corpusprinzip organisiert, A ist jedoch die erste alemannische Handschrift, die diesen Organisationstyp zugrunde legt, wodurch einige Unge- reimtheiten und Schwierigkeiten auftreten.1 Die Schreibeigenheiten von A geben überdies einen ersten Hinweis darauf, dass A trotz der vielen Gemeinsamkeiten mit C im Textbestand zudem auf Quellen zugegriffen hat, die C nicht benutzte. Dies bestätigt auch die genaue Analyse, die die Textbestände von den in A und C gemeinsam überlieferten Autoren verglei- chend gegenüberstellt. Die Überlieferungslage von A ist demnach weitaus kom- plexer als bisher in der Forschung angenommen. Zwar haben A und C nicht nur auf eine, sondern auf mehrere gemeinsame Quellen zugegriffen, darüber hinaus haben jedoch beide Handschriften aus weiteren Vorlagen abgeschrieben, die von der...

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