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Interessen und Ideen in multilateralen Handelsbeziehungen

Eine Analyse der Regierungsposition Brasiliens in den DDA- und FTAA-Verhandlungen

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Ina Peters

Die Außenwirtschaftspolitik Brasiliens wird oft als ambivalent charakterisiert, so dass eine Erklärung der Ursachen interessant und notwendig erscheint. Anhand eines akteursorientierten Ansatzes erörtert die Autorin, welchen Einfluss endogene materielle Interessen und gesellschaftliche Ideen auf die Herausbildung der Regierungsposition Brasiliens in multilateralen Handelsbeziehungen haben. Am Beispiel der Doha-Entwicklungsrunde und der Gesamt-Amerikanischen Freihandelszone werden die unabhängigen Variablen einzeln und im Verhältnis zueinander untersucht. Die Analyse liefert starke Indizien dafür, dass sowohl Interessen als auch Ideen von der Regierung aufgegriffen werden, was ihren gleichberechtigten Einfluss auf die Verhandlungsposition wahrscheinlich macht.

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2 Politikwissenschaftliche Theorien zur Analyse nationaler Präferenzen 5

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Politikwissenschaftliche Theorien zur Analyse nationalerPräferenzen 5 2 Politikwissenschaftliche Theorien zur Analyse nationaler Präferenzen Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Zustandekommen nationaler Regie- rungspositionen in multilateralen Handelsbeziehungen und kann somit dem For- schungsfeld der Global Economic Governance (GEG) zugerechnet werden. Laut Becker, John und Schirm beschreibt die GEG „die regelgestützte Steuerung der Weltwirtschaft durch multilaterale Zusammenarbeit zwischen Staaten sowie zwischen staatlichen und privaten Akteuren [...]“ (Becker et al. 2007: 107). Sie konzentriert sich häufig auf die Untersuchung der Effektivität multilateraler Wirtschaftsorganisationen sowie die Legitimität der beteiligten Akteure, ver- nachlässigt dabei jedoch die Präferenzbildung innerhalb der Staaten. Erklärun- gen für multilaterale Zusammenarbeit werden somit im internationalen System, nicht jedoch innerhalb der Staaten gesucht. Drezner (2003) beispielsweise unter- sucht die Akteure der Global Financial Governance (GFG) und die von ihnen verwendeten Instrumente der Koordination und Einflussnahme5. Seine Theorie, welche sich auf die Prozesse und Ergebnisse der GFG konzentriert, betont die Bedeutung nationaler Präferenzen in der globalen Ökonomie, ermöglicht jedoch keinerlei Aussagen über ihre Herkunft. Drezner identifiziert hier eine For- schungslücke und fragt nach den Faktoren, die die Präferenzen der relevanten Akteure beeinflussen (vgl. Drezner 2003: 36). Seine Forderung, die „Black Box Staat“ zu öffnen und das Zustandekommen nationaler Präferenzen und Regie- rungspositionen zu analysieren, leistet liberalen und konstruktivistischen Ansät- zen Vorschub. Diese sollen im Folgenden näher betrachtet werden, um den For- schungsstand zu ermitteln und die theoretischen Grundlagen für den in dieser Arbeit verwendeten analytischen...

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