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Interessen und Ideen in multilateralen Handelsbeziehungen

Eine Analyse der Regierungsposition Brasiliens in den DDA- und FTAA-Verhandlungen

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Ina Peters

Die Außenwirtschaftspolitik Brasiliens wird oft als ambivalent charakterisiert, so dass eine Erklärung der Ursachen interessant und notwendig erscheint. Anhand eines akteursorientierten Ansatzes erörtert die Autorin, welchen Einfluss endogene materielle Interessen und gesellschaftliche Ideen auf die Herausbildung der Regierungsposition Brasiliens in multilateralen Handelsbeziehungen haben. Am Beispiel der Doha-Entwicklungsrunde und der Gesamt-Amerikanischen Freihandelszone werden die unabhängigen Variablen einzeln und im Verhältnis zueinander untersucht. Die Analyse liefert starke Indizien dafür, dass sowohl Interessen als auch Ideen von der Regierung aufgegriffen werden, was ihren gleichberechtigten Einfluss auf die Verhandlungsposition wahrscheinlich macht.

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4 Analytischer Ansatz und Ableitung der Hypothesen 17

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Analytischer Ansatz und Ableitung der Hypothesen 17 4 Analytischer Ansatz und Ableitung der Hypothesen Auf Basis der erörterten politikwissenschaftlichen Theorien zur Analyse natio- naler Präferenzen und in Anlehnung an die Konzeptionalisierung von Schirm (2008) soll nun ein analytischer Ansatz erarbeitet werden, der • gesellschaftliche Akteure in den Mittelpunkt stellt und ihren Einfluss auf die Regierungsposition genauer untersucht, • den Staat als Repräsentant der Gesellschaft und die Regierungsposition als Ergebnis gesellschaftlicher Einflüsse betrachtet • und einen gleichberechtigten Einfluss der unabhängigen Variablen auf die Regierungsposition sowie ihre Interaktion zulässt und analysiert. Als unabhängige Variablen werden materielle Interessen und gesellschaftliche Ideen herangezogen. Die nationalen Präferenzen Brasiliens, die sich in der öffentlich artikulierten Regierungsposition widerspiegeln, bilden die abhängige Variable. Im Rahmen der Analyse gelten folgende Definitionen: Moravcsik definiert Präferenzen als ein „set of fundamental interests defined across 'states of the world'“ (Moravcsik 1997: 519). Diese fundamentalen Inter- essen beinhalten beispielsweise nationale Konzepte von Souveränität, Sicherheit oder Wohlfahrt, die jedoch nicht fixiert und homogen sind, sondern gesellschaft- lichen Einflüssen unterliegen und sich dementsprechend verändern können. Da Präferenzen sich auf nationaler Ebene bilden, sind sie den internationalen politi- schen Interaktionen vorgelagert und somit unabhängig von den Strategien ande- rer Staaten. Relevant für die Analyse der Regierungsposition Brasiliens sind im Rahmen dieser Arbeit nur endogene Veränderungen der nationalen Präferenzen durch eine gesellschaftliche Einflussnahme, nicht jedoch Modifikationen der Strategie oder Änderungen der internationalen Rahmenbedingungen (vgl. Moravcsik 1997: 519). Interessen ergeben sich...

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