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Interessen und Ideen in multilateralen Handelsbeziehungen

Eine Analyse der Regierungsposition Brasiliens in den DDA- und FTAA-Verhandlungen

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Ina Peters

Die Außenwirtschaftspolitik Brasiliens wird oft als ambivalent charakterisiert, so dass eine Erklärung der Ursachen interessant und notwendig erscheint. Anhand eines akteursorientierten Ansatzes erörtert die Autorin, welchen Einfluss endogene materielle Interessen und gesellschaftliche Ideen auf die Herausbildung der Regierungsposition Brasiliens in multilateralen Handelsbeziehungen haben. Am Beispiel der Doha-Entwicklungsrunde und der Gesamt-Amerikanischen Freihandelszone werden die unabhängigen Variablen einzeln und im Verhältnis zueinander untersucht. Die Analyse liefert starke Indizien dafür, dass sowohl Interessen als auch Ideen von der Regierung aufgegriffen werden, was ihren gleichberechtigten Einfluss auf die Verhandlungsposition wahrscheinlich macht.

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6 Brasiliens Rolle im internationalen Handelssystem 41

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Brasiliens Rolle im internationalen Handelssystem 41 6 Brasiliens Rolle im internationalen Handelssystem 6.1 Das internationale Handelssystem zwischen Welthandel und Regionalisierung Während die Väter der klassischen Außenhandelstheorie, Adam Smith (1776) und David Ricardo (1817), noch davon ausgingen, dass Spezialisierung und Außenhandel die Wohlfahrt grundsätzlich steigern, konnten Heckscher und Ohlin sowie Stolper und Samuelson nachweisen, dass es zu differenzierten Ver- teilungseffekten kommt und einzelne Wirtschaftssubjekte durchaus Nachteile durch Freihandel erleiden können (vgl. Bodenstein 2006: 236). Trotzdem hat sich der Freihandelsgedanke weltweit ausgebreitet und wird in Zeiten der Globa- lisierung sogar als eine prominente Norm/Idee, die „sowohl innerhalb von Staa- ten als auch auf der Ebene des internationalen Systems institutionell verankert [ist]“, angesehen (Boekle et al. 1999: 16). Gleichzeitig werden die Komplexität und die differenzierten Verteilungswirkungen des internationalen Handels in der wissenschaftlichen Forschung und in der politischen Praxis berücksichtigt. Als maßgebliches Forum zur Verhandlung und Koordination des weltweiten Handels hat sich die Welthandelsorganisation (WTO) etabliert, die 1995 aus dem Allge- meinen Zoll- und Handelsabkommen (General Agreement on Tariffs and Trade, GATT) hervorging. Sie bildet den Rahmen für die Verhandlung internationaler Abkommen zur Reduzierung von Handelshemmnissen und zur Etablierung eines „level playing field“ im internationalen Handel. Durch Liberalisierung, Meistbe- günstigung (most-favoured-nation principle, MFN), Nichtdiskriminierung sowie Transparenz in allen Aktivitäten sollen Wirtschaftswachstum und Entwicklung weltweit gefördert werden (vgl. WTO o. J.: About). Neben der Handelsliberalisierung auf globaler Ebene gibt es seit Mitte der 1990er Jahre eine verstärkte Tendenz zur Regionalisierung (vgl....

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