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Interessen und Ideen in multilateralen Handelsbeziehungen

Eine Analyse der Regierungsposition Brasiliens in den DDA- und FTAA-Verhandlungen

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Ina Peters

Die Außenwirtschaftspolitik Brasiliens wird oft als ambivalent charakterisiert, so dass eine Erklärung der Ursachen interessant und notwendig erscheint. Anhand eines akteursorientierten Ansatzes erörtert die Autorin, welchen Einfluss endogene materielle Interessen und gesellschaftliche Ideen auf die Herausbildung der Regierungsposition Brasiliens in multilateralen Handelsbeziehungen haben. Am Beispiel der Doha-Entwicklungsrunde und der Gesamt-Amerikanischen Freihandelszone werden die unabhängigen Variablen einzeln und im Verhältnis zueinander untersucht. Die Analyse liefert starke Indizien dafür, dass sowohl Interessen als auch Ideen von der Regierung aufgegriffen werden, was ihren gleichberechtigten Einfluss auf die Verhandlungsposition wahrscheinlich macht.

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9 Abschließende Auswertung der Analyse 91

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Abschließende Auswertung der Analyse 91 9 Abschließende Auswertung der Analyse Die Analyse der Fallstudien ergibt, dass die Regierung sowohl in den DDA- als auch in den FTAA-Verhandlungen auf materielle Interessen und gesellschaftli- che Ideen Bezug nimmt. Obwohl sich daraus kein Beweis für den Einfluss der beiden Variablen auf die Regierungsposition ergibt, sprechen die Indizien dafür, dass diese durch endogene Präferenzen beeinflusst wird. In keiner der Fallstu- dien kann eine eindeutige Regierungsposition für oder gegen die Handelslibera- lisierung ermittelt werden. Aufgrund der heterogenen Interessenlage zwischen wettbewerbsfähigen und weniger wettbewerbsfähigen Wirtschaftszweigen, konnte dies auch nicht erwartet werden. 9.1 Der Einfluss materieller Interessen auf die Regierungsposition Materielle Interessen werden von den Regierungen in beiden Fallstudien aufge- griffen. Es zeigt sich jedoch, dass die Regierung Cardoso in den analysierten Stellungnahmen, die auch der breiten Öffentlichkeit zugänglich sind, stärker auf technische Zusammenhänge eingeht als die Regierung Lula. Als problematisch erweist sich die Trennung von materiellen Interessen und der Freihandelsidee. In einigen Fällen werden der betroffene Sektor bzw. die betroffene Branche explizit benannt, so dass von einem Einfluss materieller Interessen ausgegangen werden kann. In anderen Fällen ist es trotz der in Kapi- tel 5.3 getroffenen Unterscheidung z. T. schwierig zu beurteilen, ob die Forde- rungen der Regierung auf materielle Interessen oder die Freihandelsidee zurück- zuführen sind. Insgesamt zeigt sich, dass die Regierung und die Interessengruppen z. T. eng zusammen arbeiten und die Kooperation von der Regierung erwünscht und gefördert...

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