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Modalität / Temporalität in kontrastiver und typologischer Sicht

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Edited By Andrzej Katny and Anna Socka

Die Beiträge dieses Bandes gehen auf Referate einer Tagung des Arbeitskreises Modalität im Deutschen zurück, die an der Universität Gdańsk gehalten wurden. Neben verbalen und lexikalischen Ausdrucksmitteln der Modalität wird insbesondere das Zusammenspiel der beiden semantischen Bereiche Modalität und Temporalität unter verschiedenen Gesichtspunkten behandelt. In mehreren Beiträgen wird auch auf die konzeptuelle Domäne der Evidentialität Bezug genommen. Beides geschieht meistens aus kontrastiver oder (seltener) typologischer Perspektive. Berücksichtigte Sprachen sind vor allem Deutsch, Englisch, Niederländisch, Norwegisch, Russisch und Polnisch.

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I. Zur Interaktion von Modalität und Temporalität

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Werner Abraham Modalitäts-Aspekt-Generalisierungen: Interaktionen und deren Brüche. Woi kommen die epistemischen Lesarten ti-her? Zusammenschau: Es geht vor allem darum, Entscheidungspole dafür bloßzu- legen, wie grundmodale (DMV) und epistemische (EMV) Lesarten bei Modal- verben zustande kommen . Diese sind in sehr verschie denen Kontexten auszu- machen, die sich allerdings unterschiedlich stark einbringen und entsprechend zu Lesarten gradueller Abstufung führen . 1. Aspekt-Modalitäts-Interaktionen 1 .1 . Generalisierungen: Epistemika über Tempus Es gibt logisch begründbare Interaktionen zwischen der Aktionsartkodierung eingebetteter Prä di kate und der Modalität finiter Modalverben im Matrixsatz. Im Deutschen und Eng li schen zeigt sich die epistemische Lesart verläss li cher bzw . präferenter bei Einbettung im per fektiven (impf) Aspekts (Aktionsart) . Vgl . (1a-e) (dazu zentral Abraham 1998, 2005) . [MV = Modalverb, EMV = episte- mische Modalverblesart, DMV = deontische MV-Lesart (generell verwendet für: Grundmodallesart; ‚DMV’ wegen „deontisch“ auf modale Obligatorik be- schränkt); „2DMV/1EMV“ bedeutet, dass „EMV“ im Vergleich zu „DMV“ die präferentere Lesart ist] . (1) a Sie muss [nachhause rennen/die Tür öffnen] . . . DMV/*EMV perf b Sie muss rennen/geduldig sein . . . DMV/EMV impf c Sie muss am Nachhausrennen sein . . . 2 DMV/1EMV impf d She must die . . . DMV/*EMV perf e She must be dying . . . *DMV/EMV impf Aspektuelle Perfektivität (Telizität, Terminativität – also Aktionsart- und Aspekt- unterschiede im slawi schen Sinne überspielend) zeigt demnach hohe Affinität mit Grundmodalität (DMV), Imper fek tivität (Durativität, Progressiv) dagegen mit Epistemik (EMV) . Vgl . (2)-(3) . 14 Werner Abraham (2) a perfektives...

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