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Modalität / Temporalität in kontrastiver und typologischer Sicht

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Edited By Andrzej Katny and Anna Socka

Die Beiträge dieses Bandes gehen auf Referate einer Tagung des Arbeitskreises Modalität im Deutschen zurück, die an der Universität Gdańsk gehalten wurden. Neben verbalen und lexikalischen Ausdrucksmitteln der Modalität wird insbesondere das Zusammenspiel der beiden semantischen Bereiche Modalität und Temporalität unter verschiedenen Gesichtspunkten behandelt. In mehreren Beiträgen wird auch auf die konzeptuelle Domäne der Evidentialität Bezug genommen. Beides geschieht meistens aus kontrastiver oder (seltener) typologischer Perspektive. Berücksichtigte Sprachen sind vor allem Deutsch, Englisch, Niederländisch, Norwegisch, Russisch und Polnisch.

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II. Modal- und Modalitätsverben

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Heinz Vater Möchten als Modalverb 1. Allgemeine Vorbemerkungen Diewald (1999) und Reis (2001) definieren Modalverben (im Folgenden: MV) durch se man tische „Polyfunk tio nalität“, durch ihr Vorkom men in zirkumstan- zieller und epistemischer Be deutung .1 Die Fra ge „Bilden Mo dal verben im Deutschen eine syntaktische Klasse?“ beantwortet Reis (2001: 313) dahinge- hend, dass semantische und syntaktische Klassen eigenschaften der Modal ver- ben syste matisch korrelieren: Polyfunktionalität ist mit obligatorischer syntak- tischer Kohärenz verbunden . Unter Kohärenz („Fügungsenge“) versteht Bech (1955-57) die Verschmelzung ei ner Verb form mit dem Hauptverbkomplex zu einem einheitlichen Komplex (vgl . (1-01)), während bei Inkohä renz deutliche Trennung zweier Verbkomplexe vorliegt .2 Verben, die 1 . Status (d .h . reinen In- finitiv) regieren, werden immer ko härent kon struiert (vgl. (1-01 a/b), während Verben, die 2. Status (Infinitiv + zu) re gie ren, ko hä rent und inkohärent vorkom- men (vgl . (1-01 c) vs . (1-02)): (1-01) a) … weil Paul dich abholen kommt b) … weil Paul dich abholen will / soll / muss / wird / kann / darf / möchte c) … weil Paul dich abzuholen beabsichtigt (1-02) … weil Paul beabsichtigt, dich abzuholen Die beiden durch MV aus ge drückten Modalitätsarten werden traditionell „objek- tiv“ und „subjektiv“ genannt . In (1-03) kann muss objektiv (a) oder subjektiv (b) interpretiert werden . Später wurden diese in vieler Hinsicht nicht zutreffenden Termini durch die aus der Lo gik stammenden Bezeichnungen „deontisch“ und „episte misch“ ersetzt . Da sich...

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