Show Less

Modalität / Temporalität in kontrastiver und typologischer Sicht

Series:

Andrzej Katny and Anna Socka

Die Beiträge dieses Bandes gehen auf Referate einer Tagung des Arbeitskreises Modalität im Deutschen zurück, die an der Universität Gdańsk gehalten wurden. Neben verbalen und lexikalischen Ausdrucksmitteln der Modalität wird insbesondere das Zusammenspiel der beiden semantischen Bereiche Modalität und Temporalität unter verschiedenen Gesichtspunkten behandelt. In mehreren Beiträgen wird auch auf die konzeptuelle Domäne der Evidentialität Bezug genommen. Beides geschieht meistens aus kontrastiver oder (seltener) typologischer Perspektive. Berücksichtigte Sprachen sind vor allem Deutsch, Englisch, Niederländisch, Norwegisch, Russisch und Polnisch.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

III. Lexikalische Modalitätsmarker

Extract

Veronika Ehrich Das modale Satzadverb vielleicht – Epistemische (und andere?) Lesarten 1. Zur Polyfunktionalität der Modalausdrücke Zu vielleicht gibt es in allen europäischen Sprachen ein lexikalisches Äquivalent . Es ist das ‘einzige eurover-sale Satzadverb’ (Ramat / Ricca 1998) . In diesem Auf- satz beschränke ich mich auf vielleicht als Satz-adverb (vgl . Zifonun 1982), auf die Funktion als Modalpartikel oder Gradpartikel gehe ich nicht ein . Den Ausgangspunkt meiner Überlegungen bildet der Vergleich mit den Modalverben (MV) . Zu den breit diskutierten Eigenschaften der Modalverben gehört ihre Polyfunktionalität, also das Nebeneinander von zirkumstanziellen (dispositionellen, deontischen, bouletischen, realistischen) und epistemischen (= inferenziellen und evidenziellen) Lesarten . Unter (1–4) finden sich Beispiele für die Bedeutungsvarianten von müssen . (1) Deontisch Bekanntlich ist gerade das Thema der deutsch-französischen Verständigung ein äußerst zartes Pflänzchen, das gerade von der deutschen Presse besonders behutsam behandelt werden muss. (LIM/LI .00250, M . G . Steinert‚ Hitlers Krieg und die Deutschen) (2) Bouletisch / Dispositionell Ich bekomme jetzt zwar eine Einzelzelle, wie ich es mir gewünscht habe im geheimen, man schiebt mir auch einen Blechnapf mit Wasser herein, und obwohl es zu schmutzig und finster ist in der Zelle, denke ich nur an das Buch, ich bitte um Papier, ich trommle an die Tür, um Papier, weil ich etwas schreiben muss . (I . Bachmann, Malina) (3) Realistisch Schon am Vortag hatten Scott und Irwin dreißig Minuten früher in die Raumkapsel zu- rückkehren müssen, weil sich der Sauerstoffvorrat Scotts dem Ende zuneigte...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.