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Motivstrukturen von Lehrerinnen und Lehrern in Innovations- und Transferkontexten

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Rico Emmrich

Vor dem Hintergrund der bisher eher strukturell orientierten schulischen Innovations- und Transferforschung wird mit dieser Arbeit der Blick auf motivationsrelevante personale Merkmale von Lehrkräften in Innovations- und Transferkontexten gerichtet und nach zugrunde liegenden Mustern gefahndet. Zu den untersuchten Merkmalen zählen innovationsbezogene Selbstwirksamkeitserwartungen, Motivationsqualitäten und Kausalitätsorientierungen der Selbstbestimmungstheorie sowie motivationale Zielorientierungen in Lern- und Leistungskontexten. Die Einzelbefunde werden auf der Grundlage Latenter Klassenanalysen (LCA) zu Motivprofilen verdichtet. Die drei beschriebenen Motivprofile der «passiven Vermeider», «Selbstbestimmten» und «Leistungsorientierten» werden in Hinblick auf ihre Bedeutung für die schulische Innovations- und Transferforschung und die Implementation von Innovationen diskutiert.

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Über wenige andere Berufsgruppen wird derzeit in Wissenschaft, Politik und privatem Alltag so kontrovers diskutiert wie über Lehrerinnen und Lehrer an deutschen allgemeinbildenden Schulen. Dies mag einerseits von den weithin rezipierten und medial wirksamen internationalen und ländervergleichenden Bildungsstudien der letzten Jahre herrühren. Andererseits besitzen nahezu alle Menschen in diesem Land eigene und individuelle Erfahrungen mit Schule und der sie prägenden Berufsgruppe der Lehrerinnen und Lehrer. Lehrersein ist mi- thin ein Beruf, der stark im öffentlichen Interesse steht. In der medialen Debatte um die Qualität der Lehrkräfte an deutschen Schulen wird mit Polemik nicht gespart. Deutsche Lehrerinnen und Lehrer seien „Satt, überaltert, ausgebrannt“ titelt der Spiegel in Bezug auf die Ergebnisse der OECD-Lehrer-Studie zur Anwerbung, beruflichen Entwicklung und zum Ver- bleib von qualifizierten Lehrerinnen und Lehrern in einem Länderbericht für Deutschland (Halász u. a. 2004, Spiegel online 2004), während das „Lehrer- Hasser-Buch“ in Bestsellerlisten auf vorderen Rängen liegt (Kühn 2005). Das Lehrerbild, so der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, bewege sich hierzulande zwischen der Vorstellung eines „Tausendsassas oder Fußabstrei- chers“ der Nation (Kraus 2006). Wen verwundert es da, dass sogar ein „Auf- stand der Pädagogen“ kurz bevorzustehen scheint (Plewnia u. a. 2004). In dieser hochemotionalisierten Debatte geraten die Lehrerinnen und Lehrer zunehmend unter Druck und sehen sich einer von allen Seiten steigenden Erwartungshaltung gegenüber. Ihre Arbeitsweisen werden kritisch hinterfragt, mit Reformvorhaben, Modellprojekten oder Innovationsinitiativen wird versucht, die bestehenden Zu- stände zu verändern und die identifizierten...

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