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Motivstrukturen von Lehrerinnen und Lehrern in Innovations- und Transferkontexten

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Rico Emmrich

Vor dem Hintergrund der bisher eher strukturell orientierten schulischen Innovations- und Transferforschung wird mit dieser Arbeit der Blick auf motivationsrelevante personale Merkmale von Lehrkräften in Innovations- und Transferkontexten gerichtet und nach zugrunde liegenden Mustern gefahndet. Zu den untersuchten Merkmalen zählen innovationsbezogene Selbstwirksamkeitserwartungen, Motivationsqualitäten und Kausalitätsorientierungen der Selbstbestimmungstheorie sowie motivationale Zielorientierungen in Lern- und Leistungskontexten. Die Einzelbefunde werden auf der Grundlage Latenter Klassenanalysen (LCA) zu Motivprofilen verdichtet. Die drei beschriebenen Motivprofile der «passiven Vermeider», «Selbstbestimmten» und «Leistungsorientierten» werden in Hinblick auf ihre Bedeutung für die schulische Innovations- und Transferforschung und die Implementation von Innovationen diskutiert.

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1 EINLEITUNG

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“Man is neighter as free as he feels nor as bound as he fears” (Tomkins 1969) 1.1 Problemstellung 1.1.1 Reformmodelle, Transferthese und Transferproblem Vielfach wurde in letzter Zeit über die mangelnde Leistungsfähigkeit des deut- schen Schulsystems im internationalen Vergleich gesprochen und publiziert. Output-orientierte Studien lieferten in den letzten Jahren immer wieder dramati- sche und aufrüttelnde Ergebnisse (Baumert u. a. 2000, Baumert u. a. 1998, Baumert u. a. 2002, Bos u. a. 2003). Auch auf die Frage nach der Zukunftsfähigkeit des hiesigen Schulwesens, beispielsweise in Hinblick auf die Anforderungen der Wissensgesellschaft, fal- len die Antworten meist nicht positiver aus (Prognos AG & Infratest Burke So- zialforschung 1998). Auch wenn neuere Studien zunächst scheinbar eine Entwarnung geben (Bos u. a. 2007, Prenzel u. a. 2007, Prenzel u. a. 2004), bleibt dennoch zu konstatie- ren, dass die Qualitätsdiskussion im Bildungsbereich mit Vehemenz geführt wird.1 Die Reaktionen auf diese Problemlagen sind seitens der Bildungsfor- schung und Bildungsplanung recht vielfältig: Dem Leitgedanken einer evidenzbasierten Bildungspolitik folgend wird die empirische Bildungsforschung ausgebaut und intensiviert (BMBF 2007b, BMBF 2007c, Prenzel & Allolio-Näcke 2006). Darüber hinaus sind im strukturellen Bereich vielfältige Reformvorhaben zu verzeichnen, die u. a. die Umstrukturierung der Lehrpläne (z. B. Profilunter- richt), Maßnahmen zur Schulentwicklung (z. B. Schulprofilbildung) oder den Ausbau von Ganztagsschulen zum Gegenstand machen (Berg 2007, BMBF 2007a, Comenius-Institut 2004, Sächsisches Staatsministerium für Kultus 2004). Das Auflegen und die Durchführung von modellhaften Programmen und de- ren Evaluation bildet einen weiteren...

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