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Motivstrukturen von Lehrerinnen und Lehrern in Innovations- und Transferkontexten

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Rico Emmrich

Vor dem Hintergrund der bisher eher strukturell orientierten schulischen Innovations- und Transferforschung wird mit dieser Arbeit der Blick auf motivationsrelevante personale Merkmale von Lehrkräften in Innovations- und Transferkontexten gerichtet und nach zugrunde liegenden Mustern gefahndet. Zu den untersuchten Merkmalen zählen innovationsbezogene Selbstwirksamkeitserwartungen, Motivationsqualitäten und Kausalitätsorientierungen der Selbstbestimmungstheorie sowie motivationale Zielorientierungen in Lern- und Leistungskontexten. Die Einzelbefunde werden auf der Grundlage Latenter Klassenanalysen (LCA) zu Motivprofilen verdichtet. Die drei beschriebenen Motivprofile der «passiven Vermeider», «Selbstbestimmten» und «Leistungsorientierten» werden in Hinblick auf ihre Bedeutung für die schulische Innovations- und Transferforschung und die Implementation von Innovationen diskutiert.

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4 SCHLUSSFOLGERUNGEN UND AUSBLICK

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4.1 Einordnung in schulbezogene Innovations- und Transferforschung Die zentrale Aufgabenstellung der schulbezogenen Innovations- und Transfer- forschung besteht in der Untersuchung der Bedingungen und Mechanismen von Innovations- und Transferprozessen. Der Fokus richtet sich dabei auf die Identi- fikation und das Zusammenspiel transfer- und innovationsförderlicher Bedin- gungen. Die hier entwickelten Motivprofile der Lehrerinnen und Lehrer können vor diesem Hintergrund von zwei Seiten her diskutiert werden: Erstens hinsich- tlich eines allgemeinen Motivierungspotenzials in allgemeinen Innovations- und Transfersituationen und zweitens in Bezug auf ein aufgabenbezogenes Motivie- rungspotenzial in ganz bestimmten situativen Innovations- und Transferkontex- ten. Die erste Überlegung geht von allgemeinen, für Innovations- und Transfer- kontexte charakteristische Situationseigenschaften aus (vgl. Abschnitt 1.3.1). Innovationssituationen sind als strukturell komplex, unsicher in ihren Prozessen und offen im Ausgang beschreibbar. In solchen Situationen werden Personen mit bestimmten personalen Merkmalen besser zurechtkommen als andere und solche Situationen aktiv aufsuchen bzw. bereitwillig annehmen und in ihnen motiviert agieren. Bezogen auf die vorliegende Motivtypologie wäre zu vermu- ten, dass „selbstbestimmte“ Lehrerinnen und Lehrer ein recht hohes Motivie- rungspotenzial besitzen, während dies bei der Gruppe der „passiven Vermeider“ eher gering ausgeprägt scheint. „Leistungsorientierte“ Lehrerinnen und Lehrer weisen ein mittleres allgemeines Motivierungspotenzial auf, welches allerdings bei entsprechender (externer) Anreizgestaltung hochgradig aktivierbar erscheint. Dies führt zur zweiten Überlegung, die Ausprägung des Motivierungspoten- zials vor dem jeweiligen Hintergrund der gegebenen situativen Anreizbedingun- gen der Innovations- und Transferkontexte zu diskutieren. Innovations- und Transferaufgaben sind zwar prinzipiell als komplex, unstrukturiert und unsicher einzuschätzen. Diese Charakteristik ist allerdings nicht...

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