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Mensch im Dunkel

Eine qualitative Fallstudie zu osteuropäischen Opfern von Frauenhandel- Ein Beitrag zur Psychotraumatologie

Katarzyna Zentner

Bei dieser Fallstudie handelt es sich um die Darstellung und qualitative Analyse der psychischen Gesundheit von Opfern des Frauenhandels aus der psychotraumatologischen Sicht. Durch eine Kombination von drei verschiedenen Methoden, zu der problemzentrierte Interviews, die Aktenanalyse von Beratungs- und Gerichtsdokumenten sowie standardisierte Fragebögen zur klinischen Diagnostik gehörten, wurde vielschichtige komplexe Extremtraumatisierung mit Frauenhandelssyndrom (Syndrom der modernen Sklaverei) bei den Opfern, Jahre nach dem Geschehen, nachgewiesen.

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Einleitung

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„(...) die Hauptsache ist, ob ein Mensch ein Projekt für sein Leben hat, ir- gendwelche Hoffnung, irgendwelche Zukunft. Bis dahin, wenn ein Mensch in der Dunkelheit sitzt und nicht weiß, was wird Morgen, was kommt Morgen, hat noch nicht, wie sagt man es, ein Prestige, eigene Anerkennung, eigene ich, das ist, wie sagt man es, ein halber Mensch. In diesem Moment kann ich sa- gen, dass ich existiere, aber nun ich lebe nicht“. (Interview 5 mit Maria, Zeile 282 – 286, S. 73) Das Zitat von Maria, die als eine Probandin in dieser Arbeit auftaucht, begrün- det dem Leser, durch den Ausdruck über einen Menschen in der Dunkelheit, warum der Titel dieser Arbeit „Mensch im Dunkel“ lautet. Da die untersuchten Personen, die aus Osteuropa kommen und Opfer von Frauenhandel geworden sind, als normale Menschen angesehen werden möchten, habe ich den Begriff „Mensch“ ausgewählt und nicht „Frau“ oder „die Frauen“. Ebenfalls fühlen sie sich in der jetzigen Situation unbeachtet und im Stich gelassen. Und ob es sich um Maria oder Natalia, Sofia oder um eine andere der neun Frauen handelt, sprechen sie alle über sich selbst. Sie sagen, dass sie das Gefühl haben, ein hal- ber, „abgenutzter“ Mensch zu sein, der entweder im „dunklen Keller“ sitzt oder sich in „einem dicken, langen und dunklen Loch“ befindet. Sie äußern durch die Metaphern ihren labilen psychischen Zustand nach dem Trauma. Die Opfer fühlen sich aufgrund der traumatischen Erlebnissen wesentlich beeinträchtigt und im ihren weiteren Leben verloren....

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