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Mensch im Dunkel

Eine qualitative Fallstudie zu osteuropäischen Opfern von Frauenhandel- Ein Beitrag zur Psychotraumatologie

Katarzyna Zentner

Bei dieser Fallstudie handelt es sich um die Darstellung und qualitative Analyse der psychischen Gesundheit von Opfern des Frauenhandels aus der psychotraumatologischen Sicht. Durch eine Kombination von drei verschiedenen Methoden, zu der problemzentrierte Interviews, die Aktenanalyse von Beratungs- und Gerichtsdokumenten sowie standardisierte Fragebögen zur klinischen Diagnostik gehörten, wurde vielschichtige komplexe Extremtraumatisierung mit Frauenhandelssyndrom (Syndrom der modernen Sklaverei) bei den Opfern, Jahre nach dem Geschehen, nachgewiesen.

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2. Das Leben der Frauen in Osteuropa vor dem Menschenhandel

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29 2. Das Leben der Frauen aus Osteuropa vor dem Menschenhandel Dieses Kapitel dient dazu, einen Überblick über das Leben der Frauen, insbe- sondere der Probandinnen, in Osteuropa vor dem Menschenhandelsgeschehen, zu verschaffen. Die Hintergrundsinformationen sollen aber auch die osteuropäi- sche Mentalität und die damit verbundene Lebensart und -weise, wie z. B. mit unterschiedlichen Problemen umgegangen wird, sowie die Rolle der Familie und Geschlechter, darstellen. Die Probandinnen kommen aus Litauen, Moldawien, Russland und der Ukraine erzählen in den Interviews über die gesellschaftliche Einstellung zu Tabuthemen wie Prostitution und Menschenhandel in deren Heimatländern. Ebenso berichten sie darüber, was sie erreicht haben und was in ihrem Leben unter der „Normalität“ verstanden wird. Sie benennen auch Gründe für ihre Migrationsentscheidung. Die Aussagen der Frauen werden durch internationale Berichte und Erhebungen ergänzt. Genauere Lebensverläufe der Probandinnen sind in ihrer biografischen Falldar- stellung in dieser Arbeit im Kapitel 7 enthalten. 2.1 Wirtschaftliche Situation im Heimatland Ende der achtziger und Anfang der neunziger Jahre, nach dem Fall der kommu- nistischen und sozialistischen Systeme hat sich die Situation in den mittel- und osteuropäischen Ländern rapide verändert. Die Grenzöffnung nach Westen, sowie die schlechte ökonomische, politische und wirtschaftliche Lage in den postsowjetischen Ländern führten zur Massenarbeitslosigkeit und Armut vor Ort und zum Anstieg der internationalen Arbeitsmigration. Der Transformati- onsprozess hatte zur Folge, dass die gesicherte Existenz aus dem Sozialismus am Boden lag und die Menschen bis heute in der neuen Demokratie ums...

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