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Mensch im Dunkel

Eine qualitative Fallstudie zu osteuropäischen Opfern von Frauenhandel- Ein Beitrag zur Psychotraumatologie

Katarzyna Zentner

Bei dieser Fallstudie handelt es sich um die Darstellung und qualitative Analyse der psychischen Gesundheit von Opfern des Frauenhandels aus der psychotraumatologischen Sicht. Durch eine Kombination von drei verschiedenen Methoden, zu der problemzentrierte Interviews, die Aktenanalyse von Beratungs- und Gerichtsdokumenten sowie standardisierte Fragebögen zur klinischen Diagnostik gehörten, wurde vielschichtige komplexe Extremtraumatisierung mit Frauenhandelssyndrom (Syndrom der modernen Sklaverei) bei den Opfern, Jahre nach dem Geschehen, nachgewiesen.

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7. Biografische Falldarstellung

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der Klientinnen – Interviewpartnerinnen In den biografischen Falldarstellungen werden die Lebensgeschichten der neun Interviewpartnerinnen chronologisch und aus Schutzgründen umrisshaft darge- stellt. Als Grundlage für die Falldarstellungen dienen nicht nur die durchgeführ- ten Interviews, sondern auch die Beratungsnotizen, archivierte Akten und Do- kumente. Zudem stehen Informationen von Kolleginnen aus der Beratungsstelle KOBRA zur Verfügung. Dieser Abriss von Geschichten konzentriert sich auf das frühere Leben im Heimatland sowie auf den Weg bis zur Migrationsentscheidung, auf die trauma- tischen kumulativen Erlebnisse und insbesondere auf die aktuelle Situation der extremen Traumata durch Frauenhandel, worüber die Opfer im Gespräch nicht direkt erzählen wollten, und auf die damit verbundenen Erlebnisse nach dem Frauenhandelsgeschehen. Er ergänzt auch die Themen, die für die tiefenherme- neutische Analyse dieser Arbeit notwendig, aber nicht im Interview angespro- chen/thematisiert worden sind. In den Biografien ist auch deutlich, dass die traumatischen Ereignisse durch Frauenhandel bei jeder Frau unterschiedlich lange (von einem Monat bis zu fast drei Jahren) dauerten. Einige Abschnitte aus den Interviews werden nur fragmentarisch einbezogen, um im späteren Kapitel, das die Auswertung des Forschungsmaterials beinhaltet, eventuelle Wiederholungen zu vermeiden. 7.1 Kristina 229 Kristina wurde vor fünfundzwanzig Jahren in Litauen geboren. Sie ist mit ihrer Familie – mit der Mutter, dem Stiefvater und zwei jüngeren Geschwistern, ih- rem Bruder, der sieben Jahre jünger, und ihrer Schwester, die elf Jahre jünger als Kristina ist – auf dem Lande aufgewachsen. Als sie vier Jahre alt war, trennten sich ihre leiblichen Eltern. Sie...

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