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Versöhnung durch strafrechtliche Aufarbeitung?

Die Verfolgung von Kriegsverbrechen in Bosnien und Herzegowina

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Simone Schuller

In den letzten Jahren erlangt neben dem International Criminal Tribunal for the former Yugoslavia (ICTY) zunehmend auch die nationale Gerichtsbarkeit Bedeutung bei der Verfolgung von zwischen 1992 und 1995 in Bosnien und Herzegowina begangenen Kriegsverbrechen. Die Öffentlichkeit ist jedoch nur in geringem Maße über die Tätigkeit der gerichtlichen Institutionen informiert und steht diesen überwiegend negativ gegenüber. Eine Darstellung der grundlegenden Ziele strafrechtlicher Aufarbeitung, sowie der Situation in Bosnien und Herzegowina, zeigt die dafür verantwortlichen Versäumnisse auf. Diese liegen insbesondere in der verspäteten und unzureichenden Implementierung von Maßnahmen zur Einbindung der Bevölkerung in die strafrechtlichen Prozesse.

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Vorbemerkungen 7

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7 Vorbemerkungen Der für die Arbeit zentrale Begriff „transitional justice“ wurde bewusst in englischer Sprache beibehalten, da sich derzeit noch keine adäquate deutsche Entsprechung etablieren konnte. Zwar findet sich in einzelnen deutschen Texten eine Übersetzung als „Übergangsrecht“, diese wird je- doch, wie im Theorieteil dieser Arbeit aufgezeigt, dem breiten und keines- wegs nur auf die gesetzliche oder rechtliche Dimension beschränkten Zu- gang der transitional justice nur bedingt gerecht. Angesichts der Tatsache, dass der englische Begriff „justice“ sowohl dem deutschen „Recht“, als auch „Gerechtigkeit“ entspricht, wird eine Trennung zwischen diesen beiden Konzepten - und damit eine treffsichere Übersetzung - deutlich erschwert. Zumindest in Bezug auf die umfassenden Ansprüche der transitional justice wäre eine Übersetzung mit „Übergangsgerechtigkeit“ wesentlich angemes- sener; diese wurde jedoch aufgrund der Sperrigkeit des Begriffs und seiner geringen Geläufigkeit verworfen. In ähnlicher Weise wurden auch einige andere zentrale Begriffe, für die keine allgemein bekannten, deutschen Ge- genstücke bestehen, im englischen Original beibehalten. In der Mehrheit der Fälle ergeben sich die Schwierigkeiten bei der Übersetzung dabei wie- derum aus dem im Deutschen wesentlich stärker ausgeprägten Gegensatz zwischen „Recht“ und „Gerechtigkeit“. Um eine leichtere Lesbarkeit des Textes zu gewährleisten, wurde von der durchgehenden Verwendung einer explizit geschlechtsneutralen Schreib- weise abgesehen. Stellvertretend für beide Formen wird daher jeweils nur die kürzere männliche Schreibweise angewandt.

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