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Externe und interne Beobachtungen und Aussagen zur Erziehung in einem geschlossenen religiösen System am Beispiel der Zeugen Jehovas

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Sarah Pohl

Diese Studie analysiert am Beispiel der Zeugen Jehovas Chancen und Risiken weltanschaulicher Erziehung in geschlossenen religiösen Gruppierungen. Im Mittelpunkt steht eine qualitative Inhaltsanalyse von Texten der Zeugen Jehovas zum Thema Erziehung. Dabei werden Diskrepanzen zwischen Innen- und Außendarstellung herausgearbeitet. Einblick in die Erziehungsrealität bieten Interviews mit den Zeugen Jehovas angehörigen Eltern und eine Internetbefragung von jungen Aussteigern. Die Studie wird ergänzt durch Informationen zum Umgang mit Kindern aus geschlossenen religiösen Gruppierungen in der Schule.

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II Darstellung der Zeugen Jehovas und das Problem des Sektenbegriffs 31

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II Darstellung der Zeugen Jehovas und das Problem des Sektenbegriffs 1 Begegnung mit dem Phänomen „Sekte“ Eine rein geschichtliche oder etymologische Annäherungsweise an den Sekten- begriff ist zwar Basis für jede weitere Auseinandersetzung mit einer Gruppie- rung, die als solche tituliert wird, kann dem gesellschaftlichen Phänomen der „Sekten“ jedoch nicht ausreichend gerecht werden. Deswegen wird in den fol- genden Punkten ergänzend eine Auseinandersetzung mit der Genese der Antisek- tenbewegung stattfinden. So soll es unter anderem gelingen, den eigenen wissen- schaftlichen Standpunkt abzugrenzen von pauschal urteilenden „Antisektenex- perten“. Darüber hinaus wird eine Diskussion zur Religionsfreiheit und deren Grenzen folgen. In diesem Rahmen werden auch Überlegungen zu rechtlichen Aspekten religiöser Erziehung angestellt. Um einen positiven Ausblick auf Be- gegnungsmöglichkeiten mit Sekten und darüber hinaus mit anderen Religionen zu schaffen, wird sich der letzte Teil dieses Kapitels mit religiösem Pluralismus und Möglichkeiten der interreligiösen Begegnung befassen. 1.1 Etymologische, geschichtliche und sozialpsychologische Betrachtungen zum Sektenbegriff Eine Sekte lässt sich von vielen verschiedenen Blickwinkeln her definieren, so zum Beispiel soziologisch, psychologisch, theologisch usw.1 Zunächst soll eine etymologische Annäherung an den Begriff erfolgen. „Sekte“ stammt vom latei- nischen secta, was ursprünglich soviel wie philosophische Schule oder politische Partei bedeutete. Dies leitet sich von sequi her, was folgen (nämlich einem Meis- ter, Lehrer oder einer Richtung) meint.2 Der Begriff „Sekte“ als Lehnwort aus 1 Das LThK (Bd. 9. 2000. Sp. 411-417) beschreibt den Sektenbegriff beispielsweise zu- nächst allgemein. Es...

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