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Die deutsche Minderheitenpresse in Polen 1918-1939 und ihr Polen- und Judenbild

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Beata Lakeberg

Die deutsche Minderheit im Polen der Zwischenkriegszeit, ihr Selbstverständnis und ihr Verhältnis zu den Polen und Juden ist das Hauptthema dieses Buches. Mit dem Instrumentarium der historischen Stereotypenforschung untersucht die Autorin das Polen- und das Judenbild sowie das sich daraus ergebende deutsche Selbstbild in der deutschen Minderheitenpresse in Polen aus den Jahren 1918-1939. Die Untersuchung soll einen Beitrag dazu leisten, auf die zentrale Frage der Arbeit eine Antwort zu geben: War die deutsche Minderheit in der Zweiten Polnischen Republik eine homogene Gruppe? Dieser methodische Ansatz führt nicht nur dazu, die Geschichte der deutschen Minderheit oder der deutsch-polnischen und deutsch-jüdischen Beziehungen aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten, sondern gewinnt auch neue Erkenntnisse im Bereich der Stereotypentheorie und der Funktionsweise von Stereotypen innerhalb einer Gruppe.

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III. Der Einfl uss der Weltanschauung der deutschen Minderheitenpresse auf die verwendeten Polen- und Judenbilder 153

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III. Der Einfl uss der Weltanschauung der deutschen Minderheiten- presse auf die verwendeten Polen- und Judenbilder Die Presse dient vor allem als Informationsquelle über aktuelle politische, wirtschaftliche oder kulturelle Ereignisse. Neben der Wiedergabe von Informationen werden aber auch die aktuellen Ereignisse kommentiert und beurteilt. Damit ist die Presse sowohl ein meinungsbildendes Organ als auch ein Forum zur Wiedergabe der herrschenden Meinung. Dargestellte Meinungen und Beurteilungen der gegenwärtigen Welt sind verbunden mit der Weltanschauung der Zeitung und ihrer Mitarbeiter. Dies triff t auch auf die deutsche Minderheitenpresse in Polen zu. Da in den meisten Fällen die berücksichtigten Titel Sprachrohr der deutschen Parteien und Organisationen in Polen waren, ist die Verbindung zwischen vorgestellter Meinung und der Weltanschauung der Zeitung bzw. der Journalisten unproblematisch nachzuvollziehen. Zu den Presseorganen der konservativen Organisationen der Deutschen in Polen ge- hörten: das - Posener Tageblatt aus Posen/Poznań. Die Zeitung erschien seit 1861. Vor dem Krieg galt sie als Regierungsorgan des Posener Oberpräsidiums, später auch als Sprachrohr des Ostmarkenvereins. Zwischen April 1920 und Ende 1921 befand sich das Posener Tageblatt unter der Zwangsverwal- tung des polnischen Staates. Als Kommissar wurde E. Pawłowski nominiert, Schriftleiter und verantwortlicher Redakteur war Wilhelm Löventhal1. Die Zeitung erschien in der Posener Buchdruckerei und Verlagsanstalt AG. Sie galt als Presseorgan der Deutschen Vereinigung und repräsentierte die konservative Einstellung der Deutschen in diesem Gebiet. Die Aufl age der Zeitung wurde 1924 vom Verlag mit 12.000 Exemplaren angegeben.2 Die Posener Buchdruckerei und Verlagsanstalt AG wurde 1924 umbenannt...

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