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Augustinus von Hippo

Predigten zu Neujahr und Epiphanie ("Sermones</I> 196/A-204/A)- Einleitung, Text, Übersetzung und Anmerkungen

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Hubertus Drobner

Band 8 der zweisprachigen Ausgabe der Sermones ad populum enthält die längste aller erhaltenen Predigten Augustins, den 1990 in der Mainzer Stadtbibliothek entdeckten Sermo Dolbeau 26. Er wird auf der Grundlage der Mainzer Handschrift, die als Faksimile abgedruckt wird, neu herausgegeben, erstmals ins Deutsche übersetzt und kommentiert. Die zweite, 1980 von Raymond Étaix erstmals edierte Neujahrspredigt wird in gleicher Weise auf der Basis des Codex Marston MS 208 in der Beinecke Rare Book and Manuscript Library, Universität Yale, herausgegeben. Von den sieben Epiphanie-Predigten werden vier erstmals ins Deutsche übertragen. Die Kommentierung erläutert insbesondere Echtheit, Überlieferung, Chronologie, Struktur, Stil, historische Daten, biblisches Gedankengut, Theologie und Liturgie.

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ALLGEMEINE EINLEITUNG

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A. Der Weihnachtsfestkreis in Hippo Regius (Nordafrika) 1. Weihnachten und Epiphanie Einen ausgeprägten Weihnachtsfestkreis im neuzeitlichen Sinne kannte die Kir- che von Hippo zur Zeit Augustins nach Ausweis seiner Predigten noch nicht. Sie feierte die beiden Hauptdaten, die sich in Ost und West als Weihnachtsfeste her- ausgebildet hatten: den 25. Dezember als den Geburtstag des Herrn und seine Offenbarung and die Juden (vgl. sermones 184-196 und 369-370), sowie den 6. Januar als das Fest seiner Offenbarung an die Heiden (Epiphanie). Diese bipo- lare Einheit der Weihnachtszeit prägt auch Augustins Festtheologie (siehe Ab- schnitt D.3). Wie immer diese beiden Daten zustandegekommen sein mögen – ob aufgrund kalendarischer Berechnungen des Todestages Jesu (Berechnungshypothese) oder zum Ersatz der heidnischen Feste des Sol invictus im Westen am 25. Dezember und des Aion im Osten am 6. Januar (religionsgeschichtliche Hypothese)1 – Augustinus ist jedenfalls davon überzeugt, daß es sich beim 25. Dezember um den historischen Geburtstag des Gottessohnes handle: „Man geht davon aus, daß er acht Tage vor den Kalenden des April empfangen wurde, an dem Tag, an dem er auch litt; ... Geboren wurde er aber der Überlieferung nach acht Tage vor den Kalenden des Januar“ (trin 4,5,9). „Unser Heiland ... wollte auf Erden den Tag als Geburtstag haben, den wir heute feiern“ (s 369,1)2. Denn er allein als der Schöpfer der Zeit habe sich aussuchen können (elegit), an welchem Tag er geboren werden wollte (vgl. s 190,1; 192,3). Deshalb habe er den kürzesten Tag...

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